seann taigh

Grammatikfragen zum Gälischen - hier bist du richtig
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Beitragvon Gast » Sa Nov 27, 2004 9:33 am

@ Mìcheal

Im Kauderwelsch-Band habe ich zu den 'Adektiven' (S. 24) gelesen, dass die attributiven Adjektive die nachfolgenden Substantive lenieren.

Als Beispiel führst du unter anderem an:

Tha an seann taigh brèagha.

Warum wird hier 'taigh' nicht leniert? Im Abschnitt zur Lenierung (s. 17) heisst es doch, dass 't' leniert werden kann?

Ursula

Micheal
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Beitragvon Micheal » Sa Nov 27, 2004 10:06 am

Ja, T kann auch grundsätzlich aspireirt werden, aber NICHT:

wenn das Wort vorher mit N endet.

Tja, so ist das..:-)

Mìcheal
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Beitragvon Gast » Sa Nov 27, 2004 10:40 am

Seufz, noch aber gebe ich mich nicht geschlagen! 8-)

Ursula

mona nicleoid
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Beitragvon mona nicleoid » Sa Nov 27, 2004 11:21 am

Jau, das hatten wir hier auch irgendwann schon mal, aber ich find's gerade nicht mehr...
Es gibt dazu eine interessante Theorie, die man hier findet:
http://www.akerbeltz.org/beagangaidhlig/gramar/grammarorganic.htm
Ich habe das noch nirgends anders so gelesen, aber zumindest für die Nicht-Lenierung von D und T nach N macht das schon Sinn.

Ach und noch was, Ursula:
Ich glaube, wenn man so viel allein lernt, zerbricht man sich zu sehr den Kopf über solche grammatischen Probleme, leider.
Wenn man viel redet und hört, dann gehen einige Dinge, für die es keine einfachen Regeln gibt, eher intuitiv in den Kopf, weil man sie eben ständig benutzt, gerade wenn es alltägliche Ausdrücke sind. Kinder lernen ja auch so.
Deshalb: nicht verzweifeln. Einige Dinge muss man vielleicht erst mal einfach so hinnehmen :) Du kannst ja nicht innerhalb von ein paar Monaten das ganze System der Sprache durchschauen. Ich kann das verstehen, ich will das auch immer so, aber manchmal stresst man sich nur selber damit. Du hast doch alle Zeit der Welt :)
mona
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Beitragvon Gast » Sa Nov 27, 2004 3:22 pm

@ Mhona

Tapadh leat airson ceangail (ob man das so sagen kann...).

Bhi mi a' leughadh teacsa a-nochd.

Und keine Angst: ich zerbreche mir schon nicht Stunden lang den Kopf über meinen Lehrbuch-Sätzen, denn ich weiss, dass man bei Sprachen eigentlich nicht immer fragen sollte, warum ist das so etc.

Wenn ich aber in meinen Lehrbüchern die Sätzchen lese, möchte ich schon gerne wenigstens verstehen, ob es sich dabei um ganz normale grammatikalische Konstruktionen handelt, bei denen man durch Auswechseln der einzelnen Bestandteile beliebig viele neue Sätze bilden kann, um stehende Wendungen, die sich nur noch sprachgeschichtlich erklären lassen und die sich so, wie sie sind, lexikalisiert haben (deren Elemente man also nicht so ohne weiteres austauschen kann) etc.

Im Fall von 'seann taigh' habe ich mich einfach gewundert, warum es in der Erklärung heisst, vorangehende Adjektive würden das Substandiv lenieren, in den angegebenen 4 Bsp. dann aber nur in zweien tatsächlich ein leniertes Substantive dasteht. Nun, jetzt weiss ich es.

Sonst hast du aber schon recht: ich sollte es lockerer nehmen, weniger verbissen und nicht so an den Details kleben etc.
Nun denn: solange es Menschen wie mich gibt, werden wenigstens die Psychater und Psychologen nicht arbeitslos :P

Ursula

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Beitragvon stjarna* » So Nov 28, 2004 3:34 pm

ich glaube,ich bin damals über den gleichen satz gestolpert,kahi :) tausend ausnahmen bestätigen die regeln (oder auch nicht) :D

S*
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Gast

Beitragvon Gast » So Nov 28, 2004 6:46 pm

Aber irgendwie sind da schon besonders viele Ausnahmen drin... im Gaelischen...

Ich lerne einfach geradeaus... sozusagen... und es ist schwer eine Sprache fuer sich allein vor sich hinzulernen.

Bloede Idee, aber aufgeben gibt's nicht udn habe schon einege Leute kennengelernt die bereit sind ein paar emails hin und herzuschicken.

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Beitragvon mona nicleoid » So Nov 28, 2004 6:57 pm


Aber irgendwie sind da schon besonders viele Ausnahmen drin... im Gaelischen...


geht so... also in vielen Aspekten finde ich sie unheimlich logisch und regelhaft. Bei den Verben z.b. - schau dir das Verbsystem der germanischen Sprachen an, bspw. Deutsch, Englisch, Isländisch... da gibt's so viel, was du auswendig lernen musst. Gälisch hat ganze 10 unregelmäßige Verben, fertig. Alle anderen gehen stur nach Schema 08/15.
Viele Nomen sind auch ganz regelmäßig (Bildung der Fälle). Überhaupt, andere Sprachen haben 7 oder 8 Fälle, in Gälisch muss man sich bei den unregelmäßigen wenigstens nur den Genitiv merken.
Natürlich gibt's andere Sachen in der Sprache, die ungewöhnlich und schwierig sind, aber ich finde, so gleicht sich das aus... irgendwas Schwieriges hast du in jeder Sprache, einfach weil es neu und anders ist. Wäre ja langweilig sonst. Da sieht man mal, zu was für seltsamen Dingen das menschliche Hirn alles fähig ist :)

Mit anderen Leuten kommunizieren ist immer gut beim Lernen. Dafür ist ja auch das Forum hier :) Nicht nur, um über die Sprache zu reden, sondern einfach auch in der Sprache, von Anfang an!
Cùm ort!
mona
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Beitragvon stjarna* » So Nov 28, 2004 7:44 pm

ich muss zugeben,dass finnische hat mehr ausnahmen,was regeln angeht -finde ich zumindest ;)
was das verbsystem anderer sprachen angeht,hmmm... ich habe nie sehr viel für isländisch auswendig lernen müssen,lag aber wohl auch eher daran,dass ich es jeden tag gesprochen habe :D
und was gälische verben angeht:die 10 unregelmäßigen habe ich immer noch nicht drin und die anderen...nun ja aber ich arbeite daran :P

in diesem sinne :)
S*
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Gast

Beitragvon Gast » Mo Nov 29, 2004 11:27 am

Die Erklärung mit homorganen Lauten ist gar nicht so ungewöhnlich. Ich habe den Eindruck, daß Michael Bauer von akerbeltz Phonetiker ist, und da das auch mein Hauptfach war, kann ich das bestätigen: Die Zunge ist ein sehr träges Organ, und wenn sie an einer Stelle bleiben kann, dann tut sie es auch. Im Deutschen kann man das ebenfalls beobachten, z.B. wenn unser Ex-Bundeskanzler von seinen "libbm Bubbm" spricht.

Das beste Beispiel im Gälischen finde ich aber immer noch "am" statt "an" nach "b,f,m,p". Da hat man nämlich genau die bilabialen/labiodentalen (Laute mit beiden Lippen oder Lippe und Zähne) Laute zusammen. "an" wäre apikal, also an der Zungenwurzel.

Die Trägheit der Gälen wie der Rheinländer ;) zeigt sich aber auch durch den Sproßvokal, den sie gerne zwischen Konsonanten einfügen: "Fillem" statt Film funktioniert in beiden Sprachen (Gälisch/Rheinländisch).


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