An do nigh thu do làmhan?

Grammatikfragen zum Gälischen - hier bist du richtig
Gast

Beitragvon Gast » Mi Jan 12, 2005 1:21 pm

Halò a h'uile

Wofür steht in der Frage "An do nigh thu do làmhan?" (würde ich mit: "Hast du deine Hände gewaschen?" übersetzen) das erste "do"?

Das "an" entspricht ja "Fragepartikel & ist"; "do" verstehe ich nicht :(

Ursula

Ulli
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Beitragvon Ulli » Mi Jan 12, 2005 2:03 pm

Hi, Ursula
" do " ist das Zeichen für die Vergangenheit.

do nigh mi... = ich habe gewaschen / wusch
an do nigh mi... = habe ich gewaschen / wusch ich?
cha do nigh mi... = ich habe nicht gewaschen / wusch nicht
nach do nigh mi... = habe ich nicht gewaschen / wusch ich nicht

So, ich hoffe, das stimmt jetzt; wers besser weiß, kann ja vielleicht - bitte- noch ´mal gucken?

Le dùrachdan
Ulli
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mona nicleoid
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Beitragvon mona nicleoid » Mi Jan 12, 2005 2:14 pm

fast richtig, Ulli, allerdings taucht das "do" in der normalen Aussageform nicht auf:

nigh mi... - ich wusch
an do nigh thu? - wuschest du? (hehe, die meisten können das ja nicht mal mehr auf Deutsch ;))
cha do nigh mi... - ich wusch nicht

nigh ist insofern kein gutes Beispiel, weil n nicht leniert (aspiriert). Nehmen wir zum Vergleich mal còisich = gehen, wandern:

chòisich mi - ich ging
an do chòisich thu? - gingst du?
cha do chòisich mi - ich ging nicht

da sieht man, dass der Wortstamm leniert wird. In der Frage- und verneinten Form kommt noch das "do" dazu.
Sprachgeschichtlich ist das ein Überbleibsel. Ursprünglich war da mal in allen Formen was davor, deshalb auch die Lenierung.
Man sieht es ja auch noch bei den Verben, die mit Vokal oder f anfangen:

dh' fhàg mi - ich verließ
an do dh' fhàg thu? - verließest du? (hihi, wieder so eine hübsche deutsche Form)
cha do dh' fhàg mi - ich verließ nicht

Also: Aussageform des Verbs in der Vergangenheit bildet man aus Verbstamm, leniert wenn es geht, bei Vokal oder f kommt dh' davor, f wird auch leniert, und für die Frage- und Verneinung kommt noch das "an do" bzw. "cha do" davor.
Okay? Verständlich? Wenn nicht, einfach weiter fragen.

Ach so ja, und von der Verwendung her entspricht das natürlich oft den im Deutschen gebräuchlichen Perfekt-Formulierungen: "ich habe gestern dies und das gemacht" - wenn man aus der abgeschlossenen Vergangenheit erzählt, ist es in Gälisch einfache Vergangenheit.
mona
~ ~ ~ ψυχης εστι λογος εαυτον αυξων ~ ~ ~

Gast

Beitragvon Gast » Mi Jan 12, 2005 2:18 pm

A chiall, tha sinn luath! Tapadh leat, Ulli agus a Mhona!

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Beitragvon Ulli » Mi Jan 12, 2005 2:24 pm

tja, was soll man da sagen? Hast ja recht, Mona...

Irgendwie ist das immer so... wenn ich denke, daß ich ein Kapitel endlich begriffen habe, merke ich, daß ich das vorletzte schon wieder halb vergessen habe

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 :(
Wird das irgendwann anders?

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 :P

Liebe Grüße

von Ulli
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mona nicleoid
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Beitragvon mona nicleoid » Mi Jan 12, 2005 5:12 pm

Ulli, das wird :)
Mensch, du kannst doch schon sooooo viel - und machst es eigentlich genau richtig: viel üben und anwenden, das ist die einzige Möglichkeit, damit die Sachen im Kopf bleiben... Selbst die meisten bei uns an der Uni schaffen das nicht. Die schauen sich ein Kapitel nach dem anderen in der Theorie an, und beklagen sich dann, dass sie nach 2 Jahren noch nicht mehr als "Guten Tag" und "ich heiße xy" sagen können :(
Ich merk's jetzt bei mir in Norwegisch... habe damit in diesem Semester angefangen und mir direkt ein paar Leute im Internet geschnappt, mit denen ich auf Norwegisch chatten und Mails schreiben kann. Ein paar Leute aus meinem Kurs meinten dazu nur "och nöö, hmm, hab ja nix zu erzählen", "das ist doch peinlich", "nee, ich kann ja noch nix, erst mal Grammatik lernen", usw. Ich war gestern richtig stolz, dass mir im Unterricht erst nach einer Stunde aufgefallen ist, dass die Lehrerin die ganze Zeit Norwegisch sprach und ich eigentlich alles verstanden habe und auch ein paar Mal antworten konnte. Sowas funktioniert nicht, wenn man nur in Grammatikbüchern blättert. Am besten testen ;) Und bei Sprachen gilt auf jeden Fall: aus Fehlern wird man klug! Ich merke jedenfalls bei mir, dass ich die meisten Sachen erst kapiere, wenn ich ein-, zweimal einen dicken Fehler darin gemacht habe, dann weiß ich's.
Also, Tip an alle (die mein Blabla bis hierhin durchgelesen haben): üben üben üben, in langsamen Schritten vorwärts gehen, aber immer das, was man gerade gelernt hat, ausführlich anwenden! Und anwenden heißt ganz einfach: reden und schreiben.
Cùmaibh oirbh, macht weiter so! :)
mona
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