mus , mun / mum

Grammatikfragen zum Gälischen - hier bist du richtig
Ulli
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Beitragvon Ulli » Di Jan 18, 2005 2:57 pm

Hallo, Ihr alle!

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 :)
Kann mir jemand erklären, wann ich "mus" bzw. "mun / mum" verwenden muß? In meiner Grammatik waren sie als Alternativen angegeben, aber offensichtlich gibt es ja wohl doch einen Unterschied...

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"Mun / Mum" richtet sich wohl wieder nach dem Anfangsbuchstaben, aber "Mus"? Wäre nett, wenn Ihr mir helfen könntet, nachdem ich in meinem letzten Übungstext´ prompt das Falsche erwischt habe. Mòran taing Ulli

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 :)
Latein ist die große Schwester des Gälischen: Sie war damals mein erstes Baby und jetzt hilft sie mir, die Kleinen mit großzuziehen!

Ulli
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Beitragvon Ulli » Di Jan 18, 2005 3:07 pm

Ach so, das wollte ich auch längst schon ´mal fragen, wo wir gerade bei den Konjunktionen sind:

Ich hatte eigentlich gelernt, daß "nuair" mit "a" und der bestimmten Verbform konstruiert wird, also z.B. "...nuair a tha..."

Jetzt habe ich aber schon ein paarmal gesehen, daß das "a" entfällt; aber "nuair" endet doch nicht mit einem Vokal´... wie kommt das?

Le dùrachdan
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mona nicleoid
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Beitragvon mona nicleoid » Di Jan 18, 2005 6:54 pm

zur 2. Frage: also ich kenne nuair nur mit a ;)

zur 1. Frage: kannst du mal Beispiele mit ganzen Sätzen geben? Ich glaube, ich weiß ungefähr, was du meinst, bin mir aber nicht sicher, da mu soviel verschiedenes sein kann, und dann kann man es auch besser am konkreten Satz erklären.
mona
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Beitragvon Ulli » Di Jan 18, 2005 7:18 pm

Mòran taing, a Mhona,

sgrìobh mi :

"Tha mi ag iarraidh rudeigin a sgrìobhadh MUN till iad"
und ich wurde verbessert: "...MUS till iad."
Eigentlich hatte ich es so verstanden, daß ich zwischen "mus" einerseits und "mun / mum" andererseits frei wählen kann, wobei ich dann zwischen "mun" und "mum" nach dem Anfangsbuchstaben des folgenden Wortes entscheide.
Das scheint ja nun aber eben NICHT so zu sein...

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Le deagh dhùrachd
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Gast

Beitragvon Gast » Di Jan 18, 2005 8:56 pm


"Tha mi ag iarraidh rudeigin a sgrìobhadh MUN till iad"
und ich wurde verbessert: "...MUS till iad."


ja, das ist eine zeitliche präposition (äh, konjunktion? *wirr*): "bevor..."

dann gibt es noch das "mu" im Sinne von "um, über", z.b.
"mu mo dheidhinn" - über mich.
"mu dheich uairean" - um, ca. 10 Uhr.
"mu 'n cuairt" - rundherum, im örtlichen Sinne.
"mu thimcheall orm" - um mich herum.
etc.

Hoffe, das hilft weiter.
mona

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Beitragvon Ulli » Di Jan 18, 2005 9:01 pm

ähhh...ja, danke! ...aber warum kann ich nun NICHT "mun till iad" sagen?

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 :confused:



Lieben Gruß von Ulli
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Gast

Beitragvon Gast » Di Jan 18, 2005 9:36 pm

weil das das falsche Wort ist :)

"mun" und "mum" sind ja Formen von "mu" (im Sinne von "um, über") mit entweder definitem Artikel oder Possessivpronomen dran.

Was du in deinem Satz brauchst, ist aber "bevor", und das ist "mus".
Ist jedenfalls meine Meinung ;)
mona

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Beitragvon Ulli » Di Jan 18, 2005 11:05 pm

Ach sooooo... dann hatte ich das komplett falsch verstanden!
Tausend Dank!

Le deagh dhùrachd

Ulli

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Gast

Beitragvon Gast » Mi Jan 19, 2005 9:12 am

Wenn ich das richtig verstehe, dann handelt es sich - wie Mona gesagt hat - bei 'mun/mum' um Formen der Präposition 'mu', bei 'mus' aber um eine Konjunktion.
Es handelt sich also um zwei verschiedene Wortarten und nicht etwa um kontextbedingte Schreibvarianten desselben Wortes.

Le deagh dhùrachd
Ursula

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Beitragvon Ulli » Mi Jan 19, 2005 10:24 am

Vielen Dank Euch beiden; und weil das so gut ging, habe ich... hmmm...(*drucks herum*) auch gleich noch eine Frage...und zwar:

"gun" leniert doch das unbestimmte Substantiv...
deswegen heißt es ja auch: cofaidh gun bhainne

so weit, so gut

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 :)
Aber: Warum heißt es dann : cofaidh gun siùcar

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 :?
? s + Vokal kann doch auch leniert werden... oder ist das s wieder resistent wie sonst höchstens d und t? Und wenn ja, ist das dann bei allen s-Wörtern so? (Abgesehen von der Sägespäne-Sache natürlich) Oder ist "siùcar" gerade eine feste Wendung? Le dùrachdan Ulli

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Gast

Beitragvon Gast » Mi Jan 19, 2005 10:29 am

Das habe ich auch einmal gefragt.
Die Antwort von Michael war - wenn ich mich richtig erinnere:

endet das vorangehende Wort auf 'n', wird ein Wort, das mit 's' anfängt, nicht leniert; das gibt dann z. B. 'gun sneachd' (ohne Schnee).


Ich hoffe, das stimmt so!


Le deagh dhùrachd, Ursula

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Beitragvon Ulli » Mi Jan 19, 2005 11:10 am

Himmel, bist Du schnell!

(das war, glaub´ich, so ´was wie " Nach tu a tha luath"... oder?)

Und zu Deiner Antwort... warum gibt´s eigentlich immer zu den Ausnahmen der Ausnahmen (...etc...) noch wieder eine Ausnahme?

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 :D
Aber vielen Dank, das erklärt´s! Mòran taing Ulli

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 :)
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Gast

Beitragvon Gast » Mi Jan 19, 2005 11:39 am

Ich habe das im 'Nollaig'-Teil falsch gemacht. Da hatte ich

'glè snog ach gun sneachd' geschrieben, weil ich gemeint habe, dass Wörter, die mit ‚sn‘ beginnen, nicht leniert werden.
Michael hat das dann korrigiert: glè shnog ach gun sneachd (eben wegen dem 'n' vor dem 'sn')



Und zu Deiner Antwort... warum gibt´s eigentlich immer zu den Ausnahmen der Ausnahmen (...etc...) noch wieder eine Ausnahme?

1) damit Leute wie Michael nicht arbeitslos werden
2) damit es uns beim Sprachenlernen nicht langweilig wird
3) damit wir nicht übermütig werden, wenn wir einmal etwas richtig gemacht haben
4) weil die Logik der Sprache eben nicht der Logik der Mathematik entspircht etc.

Wie ging das noch bei Pascal von wegen der Logik des Herzens und der Logik des Verstandes? "Le coeur a ses raisons, que la raison ne connaît point"; bei den Sprachen verhält es sich wohl ähnlich...

Ursula

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Beitragvon mona nicleoid » Mi Jan 19, 2005 12:08 pm

Hey, das ist mal ein cooler Satz, mit dem man sich das merken kann:
"glè shnog ach gun sneachd" :D

Das mit den "vielen Ausnahmen" liegt u.a. auch daran, dass in vielen Gälischbüchern die Grammatik nur oberflächlich bis gar nicht erklärt wird - oder halt sehr vereinfacht, weil die meisten Bücher, ähm, für dumme Amerikaner geschrieben worden sind ;)
Das heißt, man lernt dann erst mal eine halbe Regel, und später an anderen Stelle noch mal ein Viertel usw., und deshalb wirkt es so undurchschaubar.
Wenn man direkt die ganze Regel lernen würde - was gerade für Leute mit grammatischer Vorbildung wie ihr es seid, mit Latein usw., gar nicht so dramatisch wäre - dann würde man es erstens besser durchschauen und zweitens könnte man es dann auch inkl. Ausnahmen korrekt anwenden.

Es herrscht da eben ein Defizit von wirklich gutem Lernmaterial, es gibt keine umfangreiche Lehrtradition für Schottisch-Gälisch und deshalb auch nicht wirklich optimales Material.
Selbst Mìcheal erzählt ja immer, wie er sich alles über Jahre hinweg zusammensuchen musste, weil bestimmte Sachen in keinem Buch stehen und kaum mal von jemandem richtig erklärt werden.

Aber, bleibt dran, ihr macht das schon :)
mona
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Beitragvon Ulli » Fr Jan 28, 2005 3:42 pm

So, nun habe ich aber schon wieder eine Frage zu "gun":

Wie ist denn das mit Wörtern , die mit d oder t anfangen?
Ich habe inzwischen sowohl "gun teagamh" als auch "gun theagamh" (zweifellos) gesehen...

Also: wird t leniert, wenn es unbestimmt ist oder
ist t resistent wegen des n in "gun"? und wenn ja, welche Buchstaben außer s (s.oben) noch?

Oder ist das egal, so daß beides geht?

Im Moment bin ich alles andere als "gun t(h)eagamh" :?

Le deagh dhùrachd

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