Wieder eine Frage zu den Präpositionen...

Grammatikfragen zum Gälischen - hier bist du richtig
Gast

Beitragvon Gast » Mi Mär 16, 2005 4:07 pm

Bin gerade über den Satz "Chan eil e doirbh ri thuigsinn" gestolpert und weiß daß es übersetzt wird mit "es ist nicht schwer zu verstehen (Lustig, gerade so ein Satz :D ).
Warum aber kann man hier nicht auch den Quasi-Infinitiv mit zu mit der Präposition "a" bilden, also Chan eil e doirbh a thuigsinn? Bei der Frage a oder do hatten wir ja schon Erklärungen bekommen, auch zur Anwendung mit Objekten un Verben ( Is fheàrr leam usige beatha òl.).
Wie würde "Es ist zu verstehen" dann heißen: B]Tha e ri thugsinn</b>.?
Und wieder *grübel,grübel*

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Beitragvon Micheal » Do Mär 17, 2005 9:53 am

ES GIBT IM GÄLISCHEN KEINEN INFINITIV UND AUCH KEINEN QUASIINFINITIV!!!!!!!! Auch wenn ich das hier ich weiß nicht wie oft schon ruhig und groß und breit erklärt habe tauchen bei Leuten, die schon recht lange hier sind immer wieder diese Begriffe auf. Die trotzdem immer wieder benutzten Begriffe verwirren andere Forumsbenutzer bzw. Neulinge. Also nochmal: Bitte dringend den Beitrag "Verbalnomen-dè th'ann" (nochmal) lesen. Außerdem gibt es einen Beitrag zum Thema rim fhaicinn.



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Beitragvon Micheal » Do Mär 17, 2005 9:57 am

So, und jetzt die Erklärung:

Chan eil e doirbh ri thuigsinn.
Vollständig: Chan eil e doirbh ri (a) thuigsinn.
Nicht ist es schwer zu sein Verstehen
ri+Possessivpronomen + TÄTIGKEITSHAUPTWORT ergibt eine passivische Kontruktion.

Genauso: Chan eil iad ri'm (oder rim) faicinn
Nicht-ist sie(alle) zu ihrem Sehen= sie sind nicht zu sehen.

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Gast

Beitragvon Gast » Do Mär 17, 2005 5:29 pm

Vielen Dank für die zweite Bemerkung. Damit läßt sich etwas anfangen, weil es auch erklärt, daß das Tätigkeitswort nach ri leniert wird, obwohl ri meines Wissens eigentlich gar nicht leniert. Aber mit dem (gedanklichen) Possessivpronomen macht es da wieder Sinn. Guter Tipp auch der Hinweis auf die Passivkondstruktion, die hierbei ja gebildet wird.
Warum kann es nicht gleich so sein, ohne diesen vorangegangenen Schwachsinn?
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Beitragvon Sleite » Do Mär 17, 2005 7:19 pm

Dieses ri-Problem liegt mir auch schon seit längerem im Magen. Das erste deiner beispiele war mir gut bekannt, aber jetzt kommt das zweite...
Bezieht sich dann das Possessivpronomen (ob sichtbar oder nicht) immer auf das Personalpronomen, das heißt, wenn sie nicht zu sehen ist, wird nicht leniert, und wenn er zu sehen ist, wird leniert?

Tha e ri (a) fhaicinn
Tha i ri (a) faicinn
Kann man also nicht sagen Tha iad ri faicinn, sondern es muss ri'm faicinn sein? (hab ich noch nie gesehen - Typischer Fall von Sprachwandel?)

Dann gibt's ja noch die etwas-ist-zu-tun-Konstruktion (ist das das gleiche?)
Tha na leabhraichean ri an leughadh
Tha an leabaidh ri (a) càradh

Kann ich also schlussfolgern, dass das Possessiv-Pronomen immer da ist, nur dass man es manchmal nicht spricht/schreibt, aber das darauffolgende Wort sich betrefflich der lenition so verhält, als wäre das Possessiv-Pronomen da? Dann ist die Frage, welche tauchen auf und welche werden verschluckt oder ist das Faulheit-abhängig?

Slèite
Cha dèan brògan tioram iasgach.

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Beitragvon Micheal » Do Mär 17, 2005 9:12 pm

Ein weites Feld.....

Tha e ri (a) fhaicinn
Tha i ri (a) faicinn
Kann man also nicht sagen Tha iad ri faicinn, sondern es muss ri'm faicinn sein? (hab ich noch nie gesehen - Typischer Fall von Sprachwandel?)

----
Nein, das ist kein Sprachwandel, sondern gängige Praxis und taucht auch in der älteren Literatur oft auf. Es scheint allerdings so zu sein, daß nur einige Poss-pron. benutzt werden.

Chan eil mi rim fhaicinn.
Tha e ri fhaicinn.
Tha i ri faicinn.
Tha iad rim faicinn.

die anderen habe ich noch nie gesehen, aber das kann an mir liegen.

Dann gibt's ja noch die etwas-ist-zu-tun-Konstruktion (ist das das gleiche?)
Tha na leabhraichean ri an leughadh
Tha an leabaidh ri (a) càradh

----------
Seadh, an aon rud!

Tha sin ri dhèanamh=Dies ist zu tun.
In deinem Beispiel würde man allerdings heute ri+an zu rin verschmelzen . Ich finde nicht, daß das schön aussieht, aber wieder ist das mein pers. Geschmack. GOC macht´s möglich.

Kann ich also schlussfolgern, dass das Possessiv-Pronomen immer da ist, nur dass man es manchmal nicht spricht/schreibt, aber das darauffolgende Wort sich betrefflich der lenition so verhält, als wäre das Possessiv-Pronomen da? Dann ist die Frage, welche tauchen auf und welche werden verschluckt oder ist das Faulheit-abhängig?

-------------
Das ist keine Faulheit, sondern folgt der normalen Benutzung der Possesivpronomina. Es wird lediglich gekürzt und verschmilzt mit dem ri. Das gibt es auch mit anderen Präpositionen.
z.B.
Dh' innis mi sin dham mhàthair.
Ich erzählte dies meiner Mutter.
Daneben kann man wohl aber auch do mo mhàthair sagen
hier ist es do+mo.

mo zu m'
do zu d'
a fällt weg
ar und ur hab ich wie gesagt noch nie gesehn
an/am

Wenn du mal eine altirische Grammatik in die Hand bekommst wirst du staunen, die haben das mit allen Präp. so gemacht---- zum Wahnsinnigwerden.
----------------------



Slèite
<hr></blockquote></p>


le dùrachd

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Beitragvon Sleite » Do Mär 17, 2005 10:53 pm

Mòran taing. Tha sin gu math soilleir
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Cha dèan brògan tioram iasgach.


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