Theab / Cha mhòr

Grammatikfragen zum Gälischen - hier bist du richtig
Ulli
Beiträge: 1114
Registriert: Fr Mai 07, 2004 9:21 pm
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Ulli » Mi Okt 12, 2005 6:45 pm

Ich bin gerade bei den Theab / Cha mhòr- Umformungen und habe das Beispiel

"Nach do theab i a dhol fodha?" = "Nach mòr a chaidh i fodha?"

gefunden.

Ich hätte nun gedacht, es müsse

"Nach mòr gun deach i fodha?"

heißen...

Wieso denn nun nicht? :?

Ulli :shock:
Latein ist die große Schwester des Gälischen: Sie war damals mein erstes Baby und jetzt hilft sie mir, die Kleinen mit großzuziehen!

Micheal
Rianaire
Beiträge: 2373
Registriert: Mo Jun 09, 2003 9:38 pm
Wohnort: Bonn/ A' Ghearmailt
Kontaktdaten:

Beitragvon Micheal » Do Okt 13, 2005 9:00 am

Weil: Nach mòr a.... ist ein Hauptsatz der mit "is" beginnt (ist im nach versteckt) und dann beginnt ein Relativsatz mit a. Ähnlich wie "Is math a rinn thu"
Wobei ich nicht ganz begreife, warum du theab mit cha mhòr ersetzen willst. Fast und kaum heißen ja ein bißchen was anderes.

gach dùrachd

Mìcheal
Deutsches Zentrum für gälische Sprache und Kultur
Acadamaidh na Gàidhlig sa' Ghearmailt
http://www.schottisch-gaelisch.de
***************************************

Sleite
Beiträge: 1699
Registriert: Sa Jan 24, 2004 2:16 am
Wohnort: Slèite, An t-Eilean Sgitheanach

Beitragvon Sleite » Do Okt 13, 2005 9:26 am

Kann jemand mal damit einen Satz machen? Also Nach mòr hab ich schonmal gehört, aber theab noch nie.

Ich kenne auch Cha mhòr nach do thuit mi. Wenn ich mich nicht täusche, heißtd as ich bin fast gefallen.

Slèite
Cha dèan brògan tioram iasgach.

mona nicleoid
Beiträge: 2420
Registriert: Di Jun 10, 2003 2:33 pm
Wohnort: gleann a' cheò ;-)
Kontaktdaten:

Beitragvon mona nicleoid » Do Okt 13, 2005 9:36 am

Also, "theab" geht doch mit Verbalnomen. So wie "theab mi tuiteam" = "Fast tat ich Fallen" wörtlich übersetzt.

Cha mhòr nach do thuit mi = wörtlich "Nicht viel, dass ich nicht gefallen bin", oder so? Das ist so ähnlich wie bei "Cha chreid mi nach eil" und solchen Sachen... da muss man etwas um die Ecke denken.
mona
~ ~ ~ ψυχης εστι λογος εαυτον αυξων ~ ~ ~

Ulli
Beiträge: 1114
Registriert: Fr Mai 07, 2004 9:21 pm
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Ulli » Do Okt 13, 2005 10:52 am

Hmm, ja, also: Erst ´mal vielen Dank , Ihr 3...

Also: Theoretisch muß ich das natürlich gar nicht unbedingt ersetzen, ich habe das halt nur beim Grammatik-Üben entdeckt und mich gewundert...

Und:
Daß
"Is math a rinn thu"
ein Relativsatz ist, sehe ich ja ein, dann heißt das doch wohl in etwa:
"(Es) ist gut, (das,) was du tatest."

Aber ich kann doch nicht sagen:

"War es nicht viel, das, WAS es untergegangen wäre?", das hieße dann ja, es wäre ETWAS (Akk.!) fast untergegangen, aber ich kann hier ja gar kein Objekt gebrauchen...

Es heißt doch vielmehr:
"War es nicht viel, DAß es untergegangen wäre?" (="Ist es nicht fast untergegangen?", bevor wir jetzt alle den Überblick verlieren)

Und in anderen Beispielen heißt es:

"Nach do theab sinn a sgriosadh?" = "Nach mòr gun do sgrios sinn e?",
also : "Nach" + "theab" ==> "Nach mòr" + positiver Nebensatz

:?

Oder soll ich´s besser ganz lassen und nur "theab" benutzen? Damit könnte ich auch leben! ;)

Le deagh dhùrachd
Ulli
Latein ist die große Schwester des Gälischen: Sie war damals mein erstes Baby und jetzt hilft sie mir, die Kleinen mit großzuziehen!

mona nicleoid
Beiträge: 2420
Registriert: Di Jun 10, 2003 2:33 pm
Wohnort: gleann a' cheò ;-)
Kontaktdaten:

Beitragvon mona nicleoid » Do Okt 13, 2005 11:04 am

Ich habe so das Gefühl, dass "cha mhòr" etwas widersprüchlich verwendet wird, da es teilweise mit verneinten, teilweise mit bejahten Relativsätzen angeschlossen wird... irgendwo ist da schon ein Sinn hinter, aber auch wenn man mal nach dem Begriff googelt, stößt man auf unterschiedliche Verwendung in der Praxis. Ich schaue mir das noch mal genauer an... Ich denke, im Grunde stimmt das schon mit der doppelten Verneinung, auch wenn das auf Deutsch zuerst verwirrend erscheint, aber das ist wie in Latein mit "timent, ne...", wo viele Leute auch fragen, warum nicht "ut"?

So, ehe hier völlige Verwirrung entsteht, halte ich den Mund :P
mona
~ ~ ~ ψυχης εστι λογος εαυτον αυξων ~ ~ ~

Gast

Beitragvon Gast » Do Okt 13, 2005 11:06 am

A Mhìcheil,

Meinst Du mit


theab mit cha mhòr ... Fast und kaum heißen ja ein bißchen was anderes.


daß "cha mhòr" "kaum" heißt? Da bin ich jetzt verwirrt, denn ich kenne es nur als "almost"="fast", so wie "gu bhith",
tha mi gu bhith deiseil = tha mi cha mhòr deiseil = ich bin fast fertig

Olaf

mona nicleoid
Beiträge: 2420
Registriert: Di Jun 10, 2003 2:33 pm
Wohnort: gleann a' cheò ;-)
Kontaktdaten:

Beitragvon mona nicleoid » Do Okt 13, 2005 11:14 am

Also, ich glaube nicht, dass "Tha mi chà mhòr deiseil" ein grammatisch korrekter Satz ist, weil "cha mhòr" jedenfalls eine Form der Copula (Verb "is") ist.
:shock:
~ ~ ~ ψυχης εστι λογος εαυτον αυξων ~ ~ ~

Gast

Beitragvon Gast » Do Okt 13, 2005 11:17 am

Antwort gefunden, es scheint auf den Kontext anzukommen:

<font color="#808080">
gun duine cha mhòr gan tuineachadh: </font>
with hardly a person living on /colonising them

hier heißt es "kaum";

wenn man andere solche Fälle anschaut, gibt es meistens eine positive Form und eine negative Form, die Bedeutungsunterschiede ausmachen (??? hier ist es aber beide Male "cha" und nicht "cha" vs. "nach" )
Demzufolge müßte aber "nach mòr" auch "kaum" heißen, und damit habe ich mir meine Frage selbst beantwortet :)


Olaf

Gast

Beitragvon Gast » Do Okt 13, 2005 11:25 am

a mhona,
das kam mir auch immer ein bischen merkwürdig vor, aber ich habe es häufig als eine Art Partikel gefunden, unabhängig von der ursprünglichen Form als Verb, z.B.
<font color="#808080">Tha mi a' smaoineachadh gun robh sinn cha mhòr nar cadal air an trèana sìos</font>
oder wie im letzten posting
<font color="#808080">gun duine cha mhòr gan tuineachadh:</font>
oder
<font color="#808080">Tha seanfhacal car coltach ris anns cha mhòr a h-uile cànan anns an Roinn Eòrpa</font>
oder
<font color="#808080">cha mhòr bliadhna chun an là bho bha Man of Aran air a chur air bhog.</font>

Die letzten drei Beispiele stammen übrigens aus dem Litir.

Aber es gibt natürlich auch die Benutzung mit Relativpronomen:
<font color="#808080">cha mhòr nach do dhìochuimhnich mi: </font> I almost forgot;

Nach mìorbhaileach a tha an cànan?

Olaf

mona nicleoid
Beiträge: 2420
Registriert: Di Jun 10, 2003 2:33 pm
Wohnort: gleann a' cheò ;-)
Kontaktdaten:

Beitragvon mona nicleoid » Do Okt 13, 2005 11:30 am

Neònach gu leòr a tha an cànan seo :P

Witzig, wie dieses Thema die Nerds anzieht wie die Fliegen, sind ja gerade mal wieder die üblichen Verdächtigen hier versammelt, wenn man unten in die Liste schaut, hehe.

Guckt doch mal einer in den Colin Mark, Kinder! Da steht bestimmt was Schlaues drin.

@ Janni: guck mal, das ist dann Grammatikalisierung, oder äh, wie hieß noch das Gegenteil davon?

Olaf, ich find die Beispiele jedenfalls interessant, ich hätte da immer "gu bhith" gesagt... bestimmt ist das auch dialektabhängig, oder eine Sache des sprachlichen Registers...
In den litrichean zu suchen, ist jedenfalls immer eine clevere Idee ;) Nach glic a tha thu.
mona
~ ~ ~ ψυχης εστι λογος εαυτον αυξων ~ ~ ~

Ulli
Beiträge: 1114
Registriert: Fr Mai 07, 2004 9:21 pm
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Ulli » Do Okt 13, 2005 11:37 am

Die Anwesenheitsliste meinst Du? Hihi, hab´ich auch schon gedacht...aber, wie immer, wenn´s hier gerade brodelt, muß ich los, komme eh schon reichlich spät zum Vom-Kindergarten-Abholen...Guppies haben echt ihre Vorteile...

Aber was ich eigentlich sagen wollte: Nachher buddel´ich ´mal meine Grammatik-Bücher durch (falls ich sie finde :( ), aber vor heute Nachmittag schaffe ich´s nicht....

Tha cabhag orm a-nis!

Ulli ;)
Latein ist die große Schwester des Gälischen: Sie war damals mein erstes Baby und jetzt hilft sie mir, die Kleinen mit großzuziehen!

Sleite
Beiträge: 1699
Registriert: Sa Jan 24, 2004 2:16 am
Wohnort: Slèite, An t-Eilean Sgitheanach

Beitragvon Sleite » Do Okt 13, 2005 11:43 am

colin mark

cha mhòr gun do mhothaich e i. He hardly noticed her --> kaum
cha mhòr gum biodh e ochd bliadhna a dh'aois. he would scarcely be 8 yrs old. --> kaum

cha mhòr nach do bhris e an uinneag. he almost broke the window --> fast
cha mhòr nach do chaill e a bheatha. He almost los his life --> fast

tha mi air a bhith gan deanamh cha mhòr bho 's cuimhne leam. I've been making them almost as long as I can remember --> fast
bha e cha mhòr cinnteach. He was almnost certain --> fast

Sléite
Cha dèan brògan tioram iasgach.

mona nicleoid
Beiträge: 2420
Registriert: Di Jun 10, 2003 2:33 pm
Wohnort: gleann a' cheò ;-)
Kontaktdaten:

Beitragvon mona nicleoid » Do Okt 13, 2005 11:54 am

Boah, klasse!

Also, "cha mhòr, gun..." im Sinne von "nicht viel" => "Es war nicht viel, dass er sie bemerkte" = Er bemerkte sie kaum.

"cha mhòr, nach..." im Sinne von "es fehlte nicht viel, dass..." oder "es war nur knapp so, dass nicht..." = fast.

Super! :D
~ ~ ~ ψυχης εστι λογος εαυτον αυξων ~ ~ ~

Gast

Beitragvon Gast » Do Okt 13, 2005 12:18 pm

Diese Benutzung von "cha mhòr" ohne gun/nach erinnert mich an "co-dhiù", wenn es nicht am Satzanfang steht und dann "jedenfalls" oder "na ja" heißt:

<font color="#808080">Tha sin a' cosgadh co-dhiù 10 Euro</font>
Das kostet mindestens 10 Euro.

Olaf


Zurück zu „Gràmar na Gàidhlig“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast