Lenition

Grammatikfragen zum Gälischen - hier bist du richtig
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Beitragvon Gast » Mo Feb 20, 2006 9:50 pm

Feasgar math!

Da ich noch nicht so wissend bin wie ihr, muss ich jetzt mal diese Frage stellen.
Wie stelle ich fest, wann "hell" und wann "dunkel" leniert werden muss. :?
Mich irritiert es einwenig, dass man z.B. das "s" bei heller Lenition wie ein "sch" ausspricht und bei dunkler Lenition das "ss" verwendet.
Gibt es da bestimmte Worte, die immer in heller Umgebung bzw. dunkler Umgehung stehen? Ich könnte mir vorstellen, dass z.B. männliche Wörter "dunkel" und weibliche Wörter "hell" sind.

Baut mir bitte mal eine Eselsbrücke, vorausgesetzt, es gibt eine. Ich würde mich darüber sehr freuen.

Mòran Taing Silke

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Beitragvon Sleite » Mo Feb 20, 2006 10:57 pm

Liebe Silke,

Kannst du uns vielleicht ein paar Beispiele geben oder sagen wo du diese Behauptung gesehen hast? Dann kann ich nachschauen was genau du meinst, und dir evtl weiter helfen. So bin ich etwas überfragt.

Bis dann
Slèite
Cha dèan brògan tioram iasgach.

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Beitragvon Micheal » Mo Feb 20, 2006 11:34 pm

Ich bin mir sicher, du verwechselst da etwas.
Es gibt Lenition oder auch Aspiration genannt.
Ganz vereinfacht ausgedrückt funktioniert das so:
Es gibt lenierbare/aspirierende Konsonanten:
b,c,d,f,g,m,p,s,t,
wenn du hinter die ein "H" setzt, dann zeigt das eine Lenition ann:
bh, ch, dh usw.
Die kombination aus dem Konsonanten und dem H wird nun anders, weicher ausgesprochen.

Vokale kann man nicht aspirieren. Sie können aber Konsonanten weich machen und deren Ausprache beinflußen:

Helle Vokale "e,i" machen den Konsonanten weicher
dunkle a,o,u, machen ihn härter. Dies hat aber nichts mit Lenition zu tun.


t wird z.B. mit eo der i zu tsch
s wird mit e, oder i zu sch
etc.
Ich habe dazu eine grobe Übersicht im Kauderwelsch Band 172 Schottisch-Gälisch Wort für wort geschrieben.
Unter www.schottisch-gaelisch.de / Lernmaterial findest du ganz unten eine Übersicht der Aussprache der Buchstaben mit Beispielen.

Viel Spaß beim durchackern und ich hoffe, die Infos helfen

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Beitragvon Gast » Di Feb 21, 2006 10:51 pm

Halò Sleite agus Micheal!

Da muss ich leider über mich schreiben ... wer liest, ist klar im Vorteil. Meine Verwirrung habe ich aus dem Kauderwelsch 172 - sorry. Ich habe die Verbindung von den "einzelnen" Mitlauten zu der "Lenition" in der kleinen Tabelle in der Umschlagseite nicht so richtig gelesen. Doch Micheals Infos haben mir auf die Sprünge geholfen.

Danke nochmal für eure Antworten.

LG Silke

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Beitragvon Micheal » Di Feb 21, 2006 11:21 pm

'Hauptsache, es sit jetzt klarer. Frag ruhig, wenn du noch Fragen hast

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Beitragvon Ulli » Mo Okt 30, 2006 9:32 am

Ich habe auch eine Frage, die sich mir eigentlich schon x-mal hätte stellen müssen:

Ich sage ja: "Tha mi gad thuigsinn", weil "gad" leniert.
Kann ich das aber auch weglassen, weil ja "d" und "t" aufeinanderfolgen und einfach "...gad tuigsinn" sagen?

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Beitragvon mona nicleoid » Mo Okt 30, 2006 9:52 am

Wenn du schnell sprichst, hört man das eh kaum. Also es ist schon eher ein "d" als ein "t", und auch das "h" hört man meiner Meinung nach ein bisschen, aber es wird natürlich im normalen Sprechtempo nie so ganz deutlich ausgesprochen.
~ ~ ~ ψυχης εστι λογος εαυτον αυξων ~ ~ ~

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Beitragvon Ulli » Mo Okt 30, 2006 10:05 am

Und beim Schreiben? Ich hebe ja nicht vor, das "h" wegzulassen, aber wäre es nur umgangssprachlich oder richtig falsch?

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Beitragvon Micheal » Mo Okt 30, 2006 10:33 am

gad thuigsinn - richtig
gad tuigsinn - falsch


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Beitragvon Ulli » Mi Feb 14, 2007 9:22 am

Noch 'mal so eine Frage: Ich schrieb gerade "seann dhuilleagan", wobei "n" auf "d" trifft. Das "h" muß dann aber trotzdem bleiben, oder?

Deagh dhùrachd
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Beitragvon Micheal » Mi Feb 14, 2007 9:42 am

Nein, denn die Regel besagt, daß d,t,s, nach n nicht aspirieren.

seann duilleagan
seann taighean
seann seòmraichean


Es gibt eine Tendenz, dieses System aufzubrechen, hauptsächlich Lerner, die es nicht verstehen oder lernen, man sieht heutzutage sehr oft seann dhaoine und letztens habe ich auch leis an fhìon dhearg gelesen. Und das war angeblich von einem gäl. Akademiker korrigiert worden. M.M. gibt es keinen Grund eine klare Regel so aufzuweichen, aber möglicherweise ist das Sprachwandel und nicht aufzuhalten.

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