was meint ihr?

Gast

Beitragvon Gast » Sa Aug 13, 2005 5:54 pm

Feasgar math

Nachdem ich lange nichts mehr für das Gälische machen konnte, habe ich kürzlich die Unterlagen wieder hervorgenommen.
ABER: meine Tage sind so voll, dass ich, wenn ich nicht vorher schon erschöpft einschlafe, wirklich nicht mehr als 5 Min. Zeit finde, um mich mit Gälisch zu beschäftigen. So komme ich nicht vom Fleck.

Darum habe ich alle meine Unterlagen in den Schrank geräumt und mir gesagt, in 3-4 Jahren sollte verschiedene der Projekte, die jetzt viel Zeit und Kraft kosten, abgeschlossen sein und dann hätte ich mehr Zeit für das Gälische.

10 Minuten später habe ich alle Unterlagen wieder aus dem Schrank genommen.

Ich weiss nicht, was ich machen soll. Ich bin eigentlich jetzt schon mit denjenigen Projekten und Pflichten, die ich NICHT weglegen kann, am Limit.

Danke für euren Rat.

Ursula

mona nicleoid
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Beitragvon mona nicleoid » Sa Aug 13, 2005 6:22 pm

Hallo Ursula,
erst mal: fein wieder hier von dir zu lesen! :) Denk dran, du bist hier immer willkommen und wir freuen uns, ab und an von dir zu hören, es ist immer so komisch, wenn Leute im Internet einfach "verschwinden" ;)

Dass die Tage zu kurz sind und man sowieso immer viel zu viel zu tun hat, kenne ich gut... ich hab gestern im Zuge meiner Wohnungs-Umräum-und-Entrümpel-Aktionen meinen ganzen Lernkrempel, den ich mir so für die Semesterferien vorgenommen habe, auf den großen Küchentisch gepackt und sortiert, und dabei habe ich mal durchgezählt und bin mir zwischen Erschrecken und Belustigung bewusst geworden, dass ich zur Zeit versuche, 10 Sprachen gleichzeitig zu lernen (okay, die Hälfte davon sind "tote", aber trotzdem... :shock: ). Dann denke ich mir auch irgendwie, ich bin ja bescheuert, sollte lieber versuchen, mehr arbeiten zu gehen, dann hätte ich auch mal ordentlich Geld auf dem Konto, und wenn schon Uni, dann sollte ich mich wenigstens auf die wesentlichen Sachen konzentrieren... aber andererseits gibt es eben zu viel, was mich interessiert und was mir wirklich lieb und wichtig ist. Es macht mir einfach Freude und gute Laune, und deshalb kann und mag ich nicht auf diese vielen Sachen verzichten.

Mach es doch mit dem Gälisch einfach so: sieh es ganz bewusst als ein Vergnügen an, ein Hobby, nichts in das du Kraft und Mühe investieren musst. Pack alle Sachen beiseite, die nach Anstrengung aussehen... beschränke dich z.B. auf Musikhören, Radio, Audiomaterial, ab und an ins Forum schauen, alles was sich nebenbei tun lässt, ohne dass du extra Zeit dafür investieren musst. So kommst du vielleicht nicht im eigentlichen Sinne voran, aber du bleibst am Thema, und es erinnert dich ab und an daran, wenn du mal ein paar ruhige Minuten hast, dass du dich wieder etwas mehr damit beschäftigen kannst.

:) Alles Gute!
mona
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Micheal
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Beitragvon Micheal » Sa Aug 13, 2005 6:35 pm

Das kann ich nur unterstützen. Vor allem, da ich um Deine Fortschritte im letzten Jahr weiß. Nimm dir nix vor für's Gälische, sondern blätter einfach mal in einem speaking our language oder sonstigem Buch, was du hat. Versuch nichts zu lernen, sondern wundere Dich in Deinen 5 Minuten fürs Gälische über etwas, was Dir neu oder unheimlich ist, am nächsten Tag versuchst du in weiteren 5 Minuten dahinterzukommen. Wenn nicht, dann eben übermorgen. Aber bleibe in Kontakt mit der Sprache. Es wäre zu schade. Außerdem schätze ich unsere eidgenössische Fraktion hier zu sehr, um jemanden abtauchen zu sehen.

Cum a' dol le beagan gach latha!

gach dùrachd

Mìcheal
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Acadamaidh na Gàidhlig sa' Ghearmailt
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***************************************

Gast

Beitragvon Gast » Sa Aug 13, 2005 6:45 pm

Danke Mona & Michael

Das ist im Moment vielleicht die beste Lösung und ich will versuchen, mich von dem Druck, vorankommen zu MÜSSEN, zu befreien.
Ich habe immer das Gefühl, wenn ich nicht deutliche Resultate vorweisen kann, dann hat alles eh keinen Sinn und ich schäme mich dann dafür, dass ich so stagniere.
Aber eure Antworten haben mir doch etwas Mut gemacht...

Susaidh
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Beitragvon Susaidh » So Aug 14, 2005 8:56 am

Hallo Ursula,

also, ich kann mich da meinen Vor"rednern" nur anschließen. Bei mir sieht das nämlich ähnlich aus:
Neben Job und Fernstudium versuche ich auch noch, zwei andere Fremdsprachen mit völlig anderen Strukturen (Kiswahili und Arabisch) zu lernen, weil ich mit der Kombination meine Chance erhöhe, meinen Job komplett zu wechseln. Und das ist etwas, was ich nicht nur möchte, sondern wozu ich auch schneller gezwungen sein kann, als mir vielleicht lieb ist. Für Gälisch bleibt da leider auch meist wenig bis eher gar keine Zeit.

Deshalb versuche ich, wenigstens "dran" zu bleiben: Mal auf einer der Internet-Seiten für ein paar Minuten stöbern, hier im Forum lesen (und mich oft fragen, über was da eigentlich diskutiert wird ... :D ) und wenn's mal ein paar Tage nicht geht, dann geht es eben nicht. Ich mache mir da auch keinen Druck, aber ich möchte versuchen, auf dem bescheidenen Stand zu bleiben, den ich habe - und vielleicht doch in Ministückchen voranzukommen. Denn ich weiß genau: Wenn ich jetzt völlig aufhöre, dann kriege ich nur sehr schwer den Dreh, wieder anzufangen.

Also, nicht unterkriegen lassen. Und ob du in ein paar Jahren wirklich mehr Zeit hast, ist ja auch nicht gesagt. Dann hast du vielleicht neue Projekte als Ersatz für die jetzigen, und kämst eigentlich wieder nicht dazu. Die Gefahr sehe ich bei mir auch immer ;)

Schönen Gruß,
Susanne

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Beitragvon Eubha » Mo Aug 15, 2005 2:42 pm

Hallo Ursula,

hier kommt noch ein *weiser* Vorschlag 8-) : Hast du schon mal daran gedacht, eventuelle Wegezeiten zu nutzen??? Ich habe jedenfalls jede Menge Gälisch in Bussen und Bahnen gelernt - und heute lese ich eben gälische Bücher. Die Speaking Our Language-Cassetten kann man auch im Auto hören. Damit hat man das Gefühl, etwas für sein Gälisch zu tun, und es nimmt einem nicht die Zeit, die man für Freunde/Familie/Projekte braucht.... Direach na beachdan agamsa...

Le durachdan - Eubha

Gast

Beitragvon Gast » Mo Aug 15, 2005 3:49 pm

Danke vielmals für eure Tipps :)

@ Eubha
Ja, daran habe ich schon gedacht. Aber meine Zug- und Busstunden (Auto fahre ich nicht) sind bereits besetzt durch die unzähligen Bücher, die ich lesen und besprechen muss und wo meist ein ziemlicher Termindruck besteht; ich habe aber für die Reise heute trotzdem ein Gälischbuch eingesteckt...

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Beitragvon Ciorstain » Mi Aug 17, 2005 10:08 am

Liebe Ursula,

ich glaube, Deine Situation kennen viele ! Vor einigen Jahren, als ich mit Gälisch in Königswinter anfing, habe ich viele Kurse gemacht, war auf Skye und habe danach noch Wochenend-Kurse bei Michael in Bonn gemacht.
Seit 3 Jahren bin ich allerdings alleinerziehende Mutter und gehe 32 Stunden / Woche arbeiten. Seitdem komme ich so gut wie gar nicht mehr zum Gälisch lernen.
Eine Zeitlang hat mich das sehr gestört, bis ich an den Punkt kam, dass ich mir dachte es ist eben jetzt so. Es gibt für alles eine Zeit.
Ausserdem ist Gälisch doch ein Hobby und wenn man schon perfekt wäre und es könnte, wäre dann das Hobby vielleicht auch keins mehr ? Irgendwie gefällt mir die Vorstellung, dass ich noch viele Jahre damit verbringen werden, diese schöne Sprache zu lernen !
Was mir hilft, am Ball zu bleiben ist, dass ich eben in die Speaking our Language Bücher reinschaue oder die Videokassetten hin und wieder ansehe. Gut ist auch, sich alltägliche Dinge in Gälisch zu sagen oder denken. Wenns auch nur Kleinigkeiten sind wie 'Gestern war ich einkaufen. Ich habe Brot gekauft......etc..
Oder auch gälische Musik hören ! Zur Zeit höre ich oft die CD von Mary Jane Lamond - mit traditionellen gälischen Liedern. Man kann das Gesungene super verstehen, da sie sehr deutlich singt. Ich wundere mich dann sogar manchmal, wieviel ich noch verstehe :D

Ich hoffe, meine email macht Dir Mut nicht aufzugeben !!
Ciorstain

Gast

Beitragvon Gast » Sa Aug 20, 2005 6:50 am

Liebe Ciorstain

Es tut wirklich gut zu sehen, dass ich nicht alleine bin mit meinem Problem.

Leider ist mein Niveau einfach noch zu bescheiden, als dass ich meine Alltagshandlungen so neben bei auf Gälisch kommentieren könnte. Aber die letzten Tage bin ich eigentlich ganz gut gefahren damit, dass ich mich an die 10-Minuten-Regel gehalten und dabei die Ratschläge von Mona und Michael im Hinterkopf behalten habe: 5-10 Min. etwas Weniges anschauen und mich dabei nicht unter Druck setzen. So werde ich zwar vielleicht in Ameisen-Schrittchen vorankommen (wie mein kleiner Sohn immer sagt), aber ich vergesse nicht einfach alles.

Sonst wird nämlich mit ziemlicher Sicherheit genau das passieren, was Susanne geschrieben hat: an die Stelle der gegenwärtigen Projekte treten andere etc. und mit dem Gälischen wird es nie was.

Ich muss mich einfach von der Vorstellung verabschieden, man könne nur etwas lernen, wenn man sich 5 Std. pro Tag mit einem Thema auseinandersetzt. Qualität und Regelmässigkeit der Auseinandersetzung mit der Materie sind wohl letztlich genau so wichtig - wenn nicht wichtiger - als die Quantität. Mal sehen, wie es weitergeht, aber geholfen habt ihr mir wirklich :)

Ursula

mona nicleoid
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Beitragvon mona nicleoid » Sa Aug 20, 2005 11:16 am

Liebe Ursula, deinen letzten Absatz kann ich so voll und ganz "unterschreiben"! Genauso sehe ich das auch, und versuche es auch ständig meinen Nachhilfeschülern und bisweilen auch Mitstudenten an der Uni zu vermitteln:

Wenn man sich anschaut, was man lernen will bzw. soll, und sich dann sagt: "Oh, dafür muss ich mich auf jeden Fall mal ein paar Stunden hinsetzen..." dann ist das schon eine riesige Hemmschwelle, weil man diese paar Stunden meistens nicht hat, und solange man sich einredet, darunter lohne es sich gar nicht anzufangen, schiebt man das Ganze munter vor sich her.
Dann hat man sich z.B. zwei Wochen lang vorgenommen, sich irgendwann jetzt auf jeden Fall mal richtig ausführlich mit der aktuellen Vokabelliste hinzusetzen - wenn man jeden Tag allein nur die kurze Zeit, die man darüber nachgegrübelt hat, dafür genutzt hätte, 3 oder 5 Vokabeln zu lernen, dann hätte man sie am Ende der zwei Wochen wahrscheinlich alle drauf, während man ansonsten auf die zwei Wochen zurückschaut und ein schlechtes Gewissen hat, dass man es immer noch nicht geschafft hat, sich diese vermeintlich so wichtige Stunde (oder 2 oder 3 Stunden) fürs Lernen freizuräumen.

Gerade beim Sprachenlernen ist die Regelmäßigkeit ein ganz ganz wichtiger Faktor. Und da muss man sich wirklich von der Vorstellung freimachen, dass es immer gleich eine Stunde oder gar mehrere sein müssen, denn dann ist diese Regelmäßigkeit kaum im Alltag zu organisieren.
Aus der Schule u.ä. haben wir es alle noch so im Kopf, dass Lernen in Unterrichtsstunden, Seminaren, Lektionen stattfindet. Aber wenn man genau schaut, dann haben wir auch in der Schule schon nicht eine Stunde lang gelernt, sondern wir hatten innerhalb einer Schulstunde vielleicht irgendwo mal ein Aha-Erlebnis und den Rest der Zeit haben wir uns sowieso anderweitig beschäftigt ;)
Als Erwachsene, wenn man etwas Bestimmtes lernen will, kann man sich diese Aha-Erlebnisse also viel effizienter organisieren und auch kurze Zeiträume nutzen, um einer bestimmten Sache Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Auch wenn man dabei dann das Gefühl hat, an einem 1000-Teile-Puzzle zu sitzen und jeden Tag nur ein winziges neues Stückchen hinzuzufügen - es geht voran, auch wenn man es selber nicht merkt.

In diesem Sinne, viel Spaß und Erfolg euch allen! :)
mona
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Beitragvon stjarna* » Mi Aug 24, 2005 4:21 pm

Hallo ihr Lieben!
Bei der Gelegenheit möchte ich mich auch mal wieder melden :) Ich bin jetzt in der ganz heißen Phase,wenn man so will und die Prüfung rückt immer näher! Deshalb werdet ihr auch ín den nächsten 3 Monaten (wenn alles gut geht) nicht allzu viel von mir hören :( Aber ich freue mich bereits darauf,nächstes Jahr wieder richtig einsteigen zu können :)

S*
** Strebe nach Wissen und sei es in China (Hadith) **


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