oo leck

the Gael
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oo leck

Beitragvon the Gael » So Jan 25, 2009 7:04 pm

oo leck ( gesprochen oo legg - saarländischer Begriff des Erstauntseins, der auch im grenznahen Frankreich gerne Verwendung findet )
Vergangenen Freitag habe ich den empfohlenen Tutor mit CD bei Amazon bestellt; der ist natürlich noch nicht da und so habe ich mich mal zum " warmlaufen" bei Beag air Bheag eingeklinkt..........
@ Isbeal: ich arbeite daran :lol:
Fazit: der Erfinder der Sprache hat ganze Arbeit geleistet :D , man schreibt absolut nichts, wie es ausgesprochen wird :cry:.
Kann man aus dem geschriebenen Wort ableiten, wie es ausgesprochen werden muß ( wenn ich z.B. das englische Th nehme, weiß ich, dass es mit einem leichten Berühren der Zungenspitze an den Schneidezähnen - sofern vorhanden - gebildet wird ) ?Oder ist jedes Wort ein Lernabenteuer ?
Na, ich bin mal auf das Lehrbuch gespannt, dann kann ich ja sehen, welche sprachlichen Abgründe sich weiterhin für mich auftun :wink:

Grüße
Thomas ( weiß jemand die gälische Entsprechung zu meinem Namen und würde es mir auch mitteilen? )

mona nicleoid
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Beitragvon mona nicleoid » So Jan 25, 2009 8:17 pm

Auch wenn du es momentan nicht glauben magst - die gälische Rechtschreibung ist eigentlich nicht unlogischer als die deutsche oder englische oder französische :)
Mona
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the Gael
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Beitragvon the Gael » So Jan 25, 2009 8:48 pm

Ne, Mona, die Rechtschreibung habe ich ja nicht gemeint sondern die Aussprache : der Zusammenhang zwischen dem geschriebenen De an
t-ainm a th´ oirbh und dem, wie es ausgesprochen wird, erschließt sich dem Neueinsteiger nicht unbedingt

mona nicleoid
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Beitragvon mona nicleoid » So Jan 25, 2009 11:17 pm

Rechtschreibung und Aussprache sind ja zwei Seiten einer Medaille. Sprache kommt von sprechen, und das Schreiben haben die Leute ja irgendwann dazuerfunden :) Man sollte sich also nicht fragen: "Warum wird das so und so ausgesprochen?" sondern höchstens: "Warum wird das, was ich spreche, so und so geschrieben?" Und die Regeln dafür sind bei Gälisch nicht umfangreicher als bei Deutsch oder Englisch, nur anders.
Mona
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Beitragvon Isbeal » Mo Jan 26, 2009 1:57 am

MOna hat Recht.

Irgendwann blickt man durch, und zwar ziemlich früh.

und du heisst Tòmas auf Gälisch (ähnlich ausgesprochen wie im Deutschen)

Wenn man dich ansprichst, sagt man: A Thòmais (ungefähr. a HOH-misch)

A Thòmais, ciamar a tha thu?

Tha mi gu math!

Micheal
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Beitragvon Micheal » Mo Jan 26, 2009 9:08 am

Ich verschiebe dieses Thema nach Allgemein.
Hier ist der zweisprachige Bereich. Jeder Satz muss in Gälisch und Deutsch geschrieben sein.


Mìcheal
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Beitragvon the Gael » Mo Jan 26, 2009 12:45 pm

@ Isbeal
Madainn mhath,
tha gu math, tapadh leat.

Wieso ändert sich der Name in Schreibweise und Aussprache bei der Anrede :?:

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Beitragvon the Gael » Mo Jan 26, 2009 1:03 pm

@ Mona
Gut, ich habe mir die Frage mal gestellt : warum wird das, was ich spreche, so und so geschrieben.. :shock: :?: :roll: -- hat mich der Sache auch nicht näher gebracht :D ; ich bin eben noch nicht so weit.

failte

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Beitragvon Micheal » Mo Jan 26, 2009 3:03 pm

the Gael hat geschrieben:@ Isbeal
Madainn mhath,
tha gu math, tapadh leat.

Wieso ändert sich der Name in Schreibweise und Aussprache bei der Anrede :?:


Weil du dich im Vokativ befindest. Das ist der Fall, den du benutzt, wenn du jemanden ansprechen möchtest.


Mein Name Mìcheal wird im Vokativ zu A Mhìcheil - Oh Michael:-)

Deiner von Tòmas zu A Thòmais - Oh Thomas.


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Beitragvon the Gael » Mo Jan 26, 2009 3:47 pm

Habe erst mal nachsehen müssen wo ich bin, wenn ich mich im Vokativ befinde - dank Wikipedia bin ich nun schlauer.
Tapadh leat

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Beitragvon Micheal » Di Jan 27, 2009 12:32 am

`s e do bheatha - bitte sehr


Mìcheal :)
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Beitragvon akerbeltz » Di Jan 27, 2009 3:01 am

Im Gegenteil, die gälische Rechtschreibung arbeitet mit fast mathematischer Präzision - und das bei einem Alter von mehr als 1000 Jahren!

Man muß nur die Regeln lernen die - zugegebenermaßen - bisweilen nicht sofort offensichtlich sind.

Im Prinzip lassen sich alle gängigen Worte die unregelmäßíge Schreibungen haben auf eine halbe A4 Seite reduzieren. Das muß man erst mal nachmachen :shock:

Ok mal sehen:
Dé an t-ainm a tha oirbh kommt als /dʲeː N tɛnɛm ə hɤrʲɤv/ raus. Wie? So:

1) d gefolgt von einem e oder i > /dʲ/
2) é ist immer /eː/
3) an ist erst mal /əN/ oder /əNʲ/. Das Wort davor endet in einem Vokal, also fällt das /ə/ weg. Bleibt /N/ oder /Nʲ/. Das ist wiederum vom nächsten Vokal abhängig. Ein e oder i hat /Nʲ/ zu Folge (also wieder einen palatalen Laut). Hier ist es ein a, also haben wir /N/.
4) t gefolgt von a o u ist immer /t/ am Wortanfang. Die Konsonantengruppe nm hat wie eine feste Anzahl anderer einen sogenannten Hilfsvokal zur Folge. Das ai gibt in abhängikeit des Dialektes in einer betonten Silbe vor einer Hilfsvokalgruppe /a/ oder /ɛ/. Meistens /ɛ/. Der Vokal der dem n am nächsten ist, ist das i. Das es - von der Aussprache her - nicht auf einen Hinterzungenvokal folgt (/a/ /o/ /u/ /ɯ/ /ɤ/) bleibt es ein langweiliges /n/. Das m ist immer langweilig /m/ außer ein i steht direkt davor.
5) Das Bindewort a ist immer langweiligst /ə/.
6) th gefolgt von einem a o oder u ist am Wortanfang immer /h/.
7) a in einer betonten Silbe ist - wenn es der letzte Laut im Wort ist - immer /a/.
8 ) rbh induziert wieder einen Hilfsvokal. Dieser ist wieder eine direkte Kopie des ersten Vokals ist. oi ist der einzige "Problemfall" in diesem Satz da er in einer betonten Silbe oft entweder /ɔ/ oder /ɤ/ sein kann. Aber im Falle von Hilfvokalen im Prinzip immer /ɤ/. Also /ɤ/ + /ɤ/. Das einzelne r mit dem i davor is wieder leicht, da immer /rʲ/. Und das bh in einer Hilfsvokalgruppe ist eh immer /v/ also /ɤrʲɤv/.
9) Der Tragödie letzer Akt: das Gälische häßt es, 2 Vokale nebeneinander zu haben. Der Schwächere verliert, das heißt vom /ha/ bleibt nur noch das /h/.

Tadaaaaaaaaaaaaaaa! :P

Das ganze sieht viel schlimmer aus als es ist, das dir moment jede kleine Regel total fremd vorkommt. Aber das System verwendet die gleichen - sagen wir 20 - Prinzipien immer wieder was das ganze sehr vereinfacht.

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Beitragvon the Gael » Di Jan 27, 2009 12:57 pm

Das alles und der angekommene Tutor mit CD, werden mir eine Grundlage geben, fundiert loszulegen.
Vielen Dank für eure Mühe - die nächsten Fragen warten schon :wink:

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Beitragvon Isbeal » Di Jan 27, 2009 5:11 pm

Und falls du dir das in Word kopieren und speichern /ausdrucken willst, dann empfehle ich die Schriftart Lucida Sans Unicode, damit die Phonetikzeichen korrekt rauskommen. :D

Danke, Akerbeltz, für diese wie immer sehr detaillierte doch klare und überzeugende Zusammenfassung. 8)

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Beitragvon akerbeltz » Di Jan 27, 2009 5:23 pm

'Se ur beatha! Ich erkläre gerne wie toll die Rechtschreibung im Gälischen funktioniert. Klingt deprimierend :D

Arial Unicode geht auch, die ist idR auf allen Windows OS seit XP drauf.


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