Hilfe für Schottisch Darstellende Mittelalter/Neuzeit-Gruppe

Raveneye
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Hilfe für Schottisch Darstellende Mittelalter/Neuzeit-Gruppe

Beitragvon Raveneye » Mi Jan 21, 2009 10:40 pm

Hallo Gälisch-Forum und Fans

Meine Frau und Ich versuchen auf Mittelaltermärkten nach bestem Wissen und Gewissen einen kleinen schottischen Clan darzustellen und wollen in diesem Jahr das erste mal endlich ein eigenes Wappen dabei haben.
Unser Clanname ist: "Mo Chridhe", also "Mein Herz". Bei Fehlern sind Korrekturen natürlich gern willkommen :-)

Es geht nun aber viel mehr um unser Gildenmotto, dessen Übersetzung wir auch gerne hätten: "Mit Kraft im Herzen"

Wir sind für jede Hilfe Dankbar!!! (Natürlich auch für alle Tips bezüglich der Wappenerstellung! Ist schwer was zu finden über die Zeit um 1550)

Wenn jemand uns auch noch die Aussprache als MP3 per Mail zu schicken kann wär dass natürlich SupiDupiToll!!!

Mit freundlichen Grüßen
Michael und Dagmar Sinnigen

mona nicleoid
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Beitragvon mona nicleoid » Do Jan 22, 2009 12:22 am

Auf was für Mittelaltermärkten wird man denn mit so was hineingelassen? :shock:
~ ~ ~ ψυχης εστι λογος εαυτον αυξων ~ ~ ~

Raveneye
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/ignore

Beitragvon Raveneye » Do Jan 22, 2009 1:48 am

P.S.:Freue mich auf hilfreiche Antworten

Ramona
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Beitragvon Ramona » Do Jan 22, 2009 10:41 am

Hallo Michael und Dagmar,

Ist es denn eine hilfreiche Antwort, wenn ich schreibe, man sollte sich vielleicht erst einmal ausführlich über das schottische Clansystem informieren, bevor man mit solchen Geschichten in der Öffentlichkeit auftritt und womöglich falsche Informationen verbreitet?

Ich war mehrmals in Schottland und habe noch nie von einem derartigen Clan-Namen gehört. In dieser gesellschaftlichen Struktur bedeutet das "Clan" meines Wissens Kinder, wobei die Mitglieder zumeist denselben Namen mit einem "Mac" (Sohn) vorangestellt trugen. Also z.Bsp. MacGregor, MacDonald usw., oder aber die Campbells, Munros etc. Aber niemals so etwas wie "Mein Herz".

Im Internet findet man viele nützliche Infos und sogar in einem allgemein gehaltenen Reiseführer wie dem Baedeker Schottland findet man eine Karte mit den Namen und der Verbreitung schottischer Clans.

Mit den Wappen verhält es sich ebenso, man muss kein neues "entwerfen", da die schottischen Clans bereits ihre Wappen besitzen, d.h. wenn man sich für einen Clan entscheidet und diesen vorstellen möchte, existiert bereits ein Wappen, dann sollte man aber auch auf andere Feinheiten achten, allen voran das dazugehörige Tartan-Muster. Es gibt sehr ausführliche Literatur darüber, besonders auf dem schottischen Buchmarkt.

Wieso eigentlich Mittelaltermärkte... in der Schule habe ich immer gelernt, das Mittelalter rechnet man grob von 500 -1500 ??? Das scottische Clansystem ging erst Mitte des 18. Jhds unter, jedoch fühlen sich Träger desselben Clannamens soweit ich weiß noch heute eng verbunden, selbst wenn es die Menschen über die gesamte Welt verstreut hat.

So ist die Frage schon berechtigt...

Auf was für Mittelaltermärkten wird man denn mit so was hineingelassen?
:wink: :lol:

Ramona

Micheal
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Beitragvon Micheal » Do Jan 22, 2009 6:19 pm

Das Mittelalter endet mit der Zeit der großen Entdeckungen ab 1492. Kolumbus, Pizarro, etc.
Mittelalter um 1550 ist also nicht.

Wenn man das ganze lediglich als ein Spiel auffasst, kann man machen, was man will, dann braucht man allerdings nicht versuchen authentisch zu sein, weil siehe oben ...

Das heutige Gälisch passt auf gar keinen Fall, da das im 16. Jahrhundert noch sehr irisch gewesen sein dürfte. Von daher schwierig.

Gute Lösung: Eine deutsche Losung, da weiß man, was es ausdrückt, jeder kann' s verstehen und es wird nicht peinlich.


Mìcheal

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Raveneye
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Leider bisher kaum Hilfreiche Antworten

Beitragvon Raveneye » Do Jan 22, 2009 9:30 pm

Ist es denn eine hilfreiche Antwort, wenn ich schreibe, man sollte sich vielleicht erst einmal ausführlich über das schottische Clansystem informieren, bevor man mit solchen Geschichten in der Öffentlichkeit auftritt und womöglich falsche Informationen verbreitet?

Die Aussage ist zwar grundsätzlich korrekt, aber man sollte jemanden entweder kennen oder zunächst den Fall freundlich hinterfragen, bevor man einfach nur frech wird ohne auf den Stein des Anstoßes zu Verweisen. In unserem Fall bedeutet dass: Ja, wir werden auf jeden Markt herein gelassen, verlangen aber kein Geld dafür "historisch völlig Authentisch und Korrekt" zu Sein! Diesem Anspruch kann niemand gerecht werden, es sei denn er stellt die junge Historie der Nazi-Zeit oder ähnliches dar! Wer behauptet auf einem Mittelaltermarkt 100% korrekt zu sein lügt oder ist naiv!

Ich war mehrmals in Schottland und habe noch nie von einem derartigen Clan-Namen gehört. In dieser gesellschaftlichen Struktur bedeutet das "Clan" meines Wissens Kinder, wobei die Mitglieder zumeist denselben Namen mit einem "Mac" (Sohn) vorangestellt trugen. Also z.Bsp. MacGregor, MacDonald usw., oder aber die Campbells, Munros etc. Aber niemals so etwas wie "Mein Herz".

Wir waren bisher leider nur einmal in Schottland, aber noch nie zu der Zeit welche wir darstellen! Du denn? Warum spielst Du auf die Namen der Mitglieder an? Ich habe unsere Marktnamen bisher nicht genannt! Du hast recht! Die Clans haben heute Namen wie die von Dir genannten, aber diese Namen haben Ihren Ursprung im Gälischen! So kommt der Clanname "Douglas" vom gälischen dubh glas: „dunkles Wasser”.
Auf die gleiche Weise soll unser Clan gälisch "mo chridhe" heißen "Mein Herz"

Im Internet findet man viele nützliche Infos und sogar in einem allgemein gehaltenen Reiseführer wie dem Baedeker Schottland findet man eine Karte mit den Namen und der Verbreitung schottischer Clans.

Wofür brauche ich die Clans unserer Zeit? Ich informiere mich natürlich über die Clanbeziehungen zu der gespielten Zeit, aber erheben diese Informationen auch den Anspruch der Vollständigkeit? Es gibt also keine kleinen Clans, die kurzzeitig entstehen, sich abspalten sich wieder eingliedern etc?

Mit den Wappen verhält es sich ebenso, man muss kein neues "entwerfen", da die schottischen Clans bereits ihre Wappen besitzen, d.h. wenn man sich für einen Clan entscheidet und diesen vorstellen möchte, existiert bereits ein Wappen, dann sollte man aber auch auf andere Feinheiten achten, allen voran das dazugehörige Tartan-Muster. Es gibt sehr ausführliche Literatur darüber, besonders auf dem schottischen Buchmarkt.

Die Schottischen Clans besitzen natürlich Ihre Wappen, aber kannst Du mir bitte die Erlaubniss geben ein fremdes Wappen zu Tragen? Hast du vielleicht Kontakt zu einem Clan und kannst mir erzählen an welche Auseinandersetzungen Sie sich um 1550 beteiligt haben, welche Schriftstücke Sie wann von wem erhalten haben und was und wie sie gekocht haben? Wenn dass nicht der Fall ist, gründe ich lieber einen fiktiven Clan, wie es Ihn zu der genannten Zeit gegeben haben könnte!
Apropos: Schön dass Du mich auf dass Tartan-Muster ansprichst! Ich kann es Dir nennen ohne Angabe eines Clans: Einfarbig! Und für den Sonntagsgottesdienst gerne auch im bunten Karo, vorausgesetzt der Clan hat dass nötige Kleingeld für die nötigen teuren Färbungen!
Der Belted Plaid wie ich ihn trage wurde übrigens erst 1594 schriftlich erwähnt, aber ich wage zu behaupten, dass der erste Träger dieses Kleidungsstücks nicht gleich zur Bildzeitung gerannt ist und somit ist unsere Darstellungszeit in diesem Punkt ein klarer Kompromiss. Die Idee, jeder Clan müsste sein eigenes Tartan-Muster haben entstand im übrigen um 1745 unter König Georg II.

Wieso eigentlich Mittelaltermärkte... in der Schule habe ich immer gelernt, das Mittelalter rechnet man grob von 500 -1500 ???

Bevor ich dazu was sage - Lies Den Abschnitt bitte selbst nochmal genau durch . . . Und dann lies weiter
Du hast selbst gelernt, dass das Mittelalter grob von 500 - 1500 geht. Also ist grob gesagt 1550 gar nich so weit weg und grob gesehen fast noch Mittelalter. Hinzu kommt, dass Du ja selbst gesagt hast, dass es viele Informationen im Internet gibt, so auch zu den verschiedenen Zeitaltern.
Es ist nämlich gar nicht so einfach die Zeitalter ganz klar voneinander zu Unterscheiden! Die Grenzen verschwimmen, die Zeitalter überschneiden sich und dass ganze ist von der jeweiligen Demographie abhängig.
Schottland hat sich in vielen Punkten stark an Frankreich orientiert und wurde natürlich auf der anderen Seite auch von England her beeinflusst, trotzdem waren die Schotten sehr stark abgeschottet und lassen sich so nicht genau einordnen. Zu Beginn des 15.Jahrhunderts z.B. war in Italien bereits die Renaissance angebrochen, während man zur gleichen Zeit in England noch vom Mittelalter spricht.
Der Begriff der Renaissance wurde erstmals 1550 von dem italienischen Künstler und Künstlerbiographen Giorgio Vasari verwendet, um die Überwindung der mittelalterlichen Kunst zu bezeichnen und auch der Beginn der Neuzeit, welche der eigentliche Nachfolger des Mittelalters ist, wurde Ideengeschichtlich von einigen historisch arbeitenden Philosophen sehr viel später auf die Zeit um 1600 bestimmt

Das scottische Clansystem ging erst Mitte des 18. Jhds unter, jedoch fühlen sich Träger desselben Clannamens soweit ich weiß noch heute eng verbunden, selbst wenn es die Menschen über die gesamte Welt verstreut hat.

Was soll mir dass jetzt sagen?

Und zu Micheal
Das Mittelalter endet mit der Zeit der großen Entdeckungen ab 1492. Kolumbus, Pizarro, etc.
Mittelalter um 1550 ist also nicht.

Erklärung zu den Zeitaltern siehe oben

Wenn man das ganze lediglich als ein Spiel auffasst, kann man machen, was man will, dann braucht man allerdings nicht versuchen authentisch zu sein, weil siehe oben ...

Wir fassen es in soweit lediglich als Spiel auf, als dass wir es nicht beruflich, bzw. gegen Geld machen, sondern es unser Hobby ist! Den Kommentar zur Authentizität widerhole ich gerne: Wer nicht einzelne exakt dokumentierte Szenen darstellt ist nicht authentisch!
Selbst bei den schriftlichen Aufzeichnungen haben es so manche Autoren ein wenig übertrieben auf der einen oder anderen Seite.

Das heutige Gälisch passt auf gar keinen Fall, da das im 16. Jahrhundert noch sehr irisch gewesen sein dürfte. Von daher schwierig.

DANKE DANKE DANKE!!! DAS war ein hilfreicher Hinweis! Nichts desto trotz möchten wir gerne, auch mit dem Wissen im Hinterkopf, bei der schottisch-gälischen Version bleiben um ein Stück der Schottischen Sprachkultur auf die Märkte zu Bringen. Darum bin ich ja auch hier! Weil ich möchte, dass (wenn auch zeitlich nicht völlig korrekt) unsere Gälischen Wörter, welche wir verwenden möglichst richtig sind, vor allem natürlich der Aussprache betreffend! Zu oft werden auf den Märkten die Schottischen (Wenn Sie denn stimmen?) Trinksprüche: Slaindhe verwendet. Haben auch schon die Version gehört: Slaindhe Vail - Slaindhe Mol (Sorry, keine Ahnung wie ich es schreiben sollte).

Also Klartext: Ich bin hier um mich in sprachlichen Belangen aufklären zu lassen!

Gute Lösung: Eine deutsche Losung, da weiß man, was es ausdrückt, jeder kann' s verstehen und es wird nicht peinlich.

Denke nicht , dass es peinlich wird, da wir nicht auf dem Markt sind um in erster Linie den Ansprüchen der wenigen Gälig-Studenten gerecht zu Werden, sondern um den unwissenden Gästen ein wenig vom Schottland um 1550 zu Zeigen ohne zo große Kompromisse eingehen zu Müssen (Beltet Plaid gabs nicht im Mittelalter etc)

Also zurück zum Thema:
Möchte mir jetzt noch jemand bei der Übersetzung "Mit Kraft im Herzen" helfen und ggf. mich bei Fehlern bezüglich "mo chride" aufklären?

mona nicleoid
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Beitragvon mona nicleoid » Do Jan 22, 2009 9:59 pm

Ich weiß ja, ich bin ein Nerd. Ein pingeliger noch dazu. Aber ich bin damit jedenfalls nicht allein 8)

Mehrere Freunde / Bekannte von mir machen mittelalterliches Handwerk bzw. experimentelle Archäologie, und denen ist es sehr sehr wichtig, eine Epoche und ihre Tätigkeiten und Produkte so originalgetreu wie möglich darzustellen. Deshalb beschränkt man sich da üblicherweise auf das, was im Detail erforschbar und belegbar ist, also eben Handwerk, materielle Dinge, weniger die Sprache usw. Normalerweise verbindet man damit auch ein informierendes und pädagogisches Ziel, z.B. auf Museumsveranstaltungen, für Schulklassen, usw. - Und auf solchen Veranstaltungen haben eben Leute mit irgendwelchen phantasievollen, aber nicht ins Konzept passenden Ideen keinen Zutritt. Das ist so das, was ich unter Mittelaltermarkt kenne und schätze, und aus diesem Kontext kam meine Frage.

Alles andere ist LARP bzw. Fantasy. Auch nett, habe das selber auch mal gemacht (weil ich mich nämlich einerseits an der Uni gern wissenschaftlich korrekt mit historischen Epochen beschäftige, aber in meiner Freizeit auch gern mal einfach einen kreativen Sch*** mache, der nicht akademisch wasserfest sein muss), aber eben ganz andere Baustelle, und die Mittelalter-Leute reagieren da oft etwas allergisch drauf. Auf denjenigen Mittelaltermärkte, die ich kenne und schätze, würde jedenfalls niemand mit "Kraft im Herzen um 1550" hineingelassen ;)

Wenn es euch also mehr um die kreative Fantasy-Variante geht, dann seid ihr doch völlig berechtigt dazu, euch ein eigenes Wappen und eigene Trinksprüche zu basteln und alles so zu gestalten, wie ihr mögt.
Wenn ihr aber nach historisch korrekten Informationen fragt, dann müsst ihr euch nicht wundern, dass zunächst einmal darauf hingewiesen wird, dass euer ganzes Konzept auf wackligen Füßen steht.
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Livia
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Beitragvon Livia » Fr Jan 23, 2009 10:29 am

Ach ja, die Authentizität... Ich schließe mich Mona an, von hier, aus der Ferne...

Ich habe bei meinen Stücken auch oft die Frage für mich selbst zu klären, ob ich mich authentisch bleibe oder frei (eben Fantasy). Wenn ich einen Auftrag bekomme, ein orientalisches Märchen zu machen, dann hab ich den Anspruch, dass es orientalisch ist. (Wenn ich auf nen Mittelaltermarkt gehe, dann würde ich auch gern authentisch sein.) Oder wenn ich den Auftrag bekomme, für den 21.12. einen Lichterreigen zu machen, dann habe ich den Anspruch, dass er authentisch ist und die Hintergründe, Herkunft usw. aufgreift (weil ich festgestellt habe, dass es die Leute spannend finden, diese Hintergründe zu erfahren).

Und dann beschäftige ich mich ziemlich intensiv mit der Materie und bin jedem dankbar, der mir dabei behilflich sein kann. Abstriche mache ich schon auch, z.B. bei der Musik, die für europäische Ohren mitunter doch etwas gewöhnungsbedürftig sein kann :wink: . Mach ich was nordisches, dann recherchiere ich bis zum Umfallen (was manche Leute richtig nervt, aber so bin ich eben... und letztendlich, siehe oben, finden sie die Erkenntnisse spannend). Noch genauer nehme ich es, wenn es aus dem Schottischen kommt...

Doch, ich denke, die Unterscheidung "Fantasy" oder "historisch fundiert" ist wichtig. Und gerade, weil es nicht die wenigen Gälisch-Studenten sind (oder in meinem Fall die Zuschauer, die oft wenig Ahnung davon haben, wie man im Orient tanzt und musiziert und welche Hintergründe oftmals die Überlieferungen haben), halte ich mich an die Originalinfos. Weil ich der Meinung bin, dass die, die sich nicht auskennen, schon mal in die Tiefe gehen sollen und auch ein bisschen darüber nachdenken dürfen.

Aber wenn ich mir einfach mal so einen Tanz ausdenke, dann ist der gewissermassen ICH und ich bin nicht immer historisch korrekt...

Ich glaube, dass jeder selbst entscheiden muss, wie wichig ihm das Authentische ist. Falls jemand von den Zuschauern hinterfragt, muss man halb ggf. auch sagen können, dass man darauf keine Antwort weiss... und dass es eher ausgedacht als original ist. Da hat halt jeder so seine Prioritäten. Und was den Namen angeht - ich tu mich nach wie vor selbst schwer, für mich ein Gälisches Adäquat zu finden... Für meine Programme wär es gut, einen zu haben, aber na ja. DER Name wäre dann jedenfalls keinem Clan zuzuordnen... :)

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Beitragvon Ramona » Fr Jan 23, 2009 10:49 am

@ Raveneye

wenn ich gewusst hätte, dass Ihr Euch anscheinend viel besser auskennt als ich, hätte ich ja keine ausführliche Antwort schreiben müssen...

Also Klartext: Ich bin hier um mich in sprachlichen Belangen aufklären zu lassen!


Vielleicht hättet Ihr das gleich in Eurem ersten Beitrag etwas deutlicher ausdrücken können, damit es gar nicht erst zu Diskussionen um die Grenzen zwischen Authentizität und Phantasie kommt. Ich denke mal bei den meisten, die hier schreiben und sich mit der gälischen Sprache und Kultur beschäftigen, steht nun einmal die historische Korrektheit im Vordergrund.

Eines verstehe ich trotzdem nicht - wenn Ihr Euch so ausführlich mit der ganzen Materie auseinandergesetzt habt (wie man ja aus Euren Beiträgen entnehmen kann), müsst Ihr doch auch eine gewisse Leidenschaft für die gälische Sprache und Kultur einschl. Musik entwickelt haben? Dann lernt man die gälische Aussprache ziemlich schnell, meiner Meinung nach. "Mo chridhe" war einer der ersten Ausdrücke, den ich einigermaßen korrekt aussprechen konnte, weil er in vielen gälischen Balladen immer wieder auftaucht...

Na, ich drücke Euch jedenfalls die Daumen dass Ihr noch die Hilfe bekommt, die Ihr Euch wünscht!!!

Le deagh dhùrachd
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Beitragvon Livia » Fr Jan 23, 2009 10:56 am

Ich muss doch noch was nachschieben. Ich finde es grundsätzlich gut, wenn man sich, wofür auch immer, mit den historischen Hintergründen befasst, und da gehört die Sprache ja dazu! Und Aussprache ist ja so ne Sache... Haben wir uns nicht auch schon mal darüber "unterhalten", warum V mal wie F und mal wie W ausgesprochen wird und uns über jeden gefreut, der es richtig macht und richtig machen will? Also, von daher find ich das Anliegen gut. Wenn es allerdings um 1500 noch gar kein reines Schottisch-Gälisch gegeben hat, dann isses wohl für den Mittelalter-Zweck nicht so genau zu nehmen..., aber es sollte dann eben auch nicht Original heißen :wink:

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Beitragvon mona nicleoid » Fr Jan 23, 2009 5:24 pm

Das kann man ja nun linguistisch bis ins Detail ausdiskutieren, wie das zu der Zeit vermutlich am ehesten ausgesprochen wurde ;) Macht aber nicht wirklich Sinn, wenn das Drumherum auch nicht stimmt, dann ist die Korrektheit der Sprache eh irrelevant :P
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the Gael
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Identität

Beitragvon the Gael » Fr Jan 23, 2009 5:26 pm

@ Raveneye

Du hast die Möglichkeit Dich an einen Clanchief zu wenden und Dein Begehr direkt " an den Mann " zu bringen; auch Pipebands fragen gerne nach, ob es ok ist, diesen oder jenen Tartan in Deutschland/Schweiz/Österreich oder wo auch immer, zu tragen.M.E. trägt solch eine Anlehnung an einen bestimmten Clan sehr zu Identifikation bei und sollte man sich z.B. für " Wallace" entscheiden, kann man sicher sein, dass es diesen Clan schon im 13ten Jahrhundert gab, wie man ja seit "Braveheart " weiß.Im Regelfall fühlen sich die Chiefs durch Anfragen geehrt - sie können bestimmt auch weiterhelfen um Clan und Motto unter einen Hut zu bringen.Die Adressen der Clans lassen sich bestimmt im Netz finden.

Gruß
Thomas

the Gael
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Beitragvon the Gael » Sa Jan 24, 2009 6:45 pm

Auf Grund einer erbosten PN hier eine kleine Erläuterung meines Postings bevor es doch peinlich :D für mich wird:
PIPEBANDs erfragen, ob sie diesen oder jenen Tartan tragen dürfen; andere Leute erfragen was anderes."Braveheart" wurde nur in Zusammenhang mit William Wallace - der nachgewiesener Maßen eine historische Figur ist - erwähnt.
Das der Film "Braveheart" und der Begriff Authentizität nicht zusammenpassen, ist mir hinreichend bekannt und wurde auch nicht anders dargestellt.
Die Frage der Identität hat auch was mit Integrität zu tun: ich brauche nicht
McKenzie/McDonald/Lindsey oder wen auch immer, nach den Gepflogenheiten von McArthur/Gordon/MacLaren oder wen auch immer, zu fragen - da kann man sich ja jemanden raussuchen, für den das Herz auch nach der Show schlägt.Man muß auch keinen Clan ansprechen, wenn man historische Informationen möchte - man kann es aber.
Ich hoffe, ihr habt mich jetzt noch alle lieb, obwohl ich nicht alles, was ich so weiß, in jedes Posting schreibe :wink:

Isbeal
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Beitragvon Isbeal » Sa Jan 24, 2009 10:59 pm

Es ist schön zu sehen, wie alle sich am Gespräch so lebhaft beteiligen, und Information und Meinungen austauschen.

Was war das mit 'Forum schliessen, hier tut sich nichts' wieder, a Mhìcheil? :twisted:

The Gael, bist nach wir vor herzlich willkommen. Warum nicht? Aber bald mal mit ein paar Worte Gälisch, vielleicht? 8)
(Dein Braveheart - Anmerkung war übrigens bei mir mindestens nicht anders verstanden wie gemeint.)

Ich hoffe, Raveneye weiss so viel Interesse (und auch so differenziert) zu schätzen. Der Beitrag war auf jedem Fall ernst genug genommen, dass es ausführlich diskutiert wurde, was bei den Anfragen wegen Sprüchen und Tatoos nun nicht der Fall ist.

:D

Keagan Fraser MacDonald
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Registriert: Do Feb 12, 2009 11:20 am

Beitragvon Keagan Fraser MacDonald » Do Feb 12, 2009 11:47 am

Hallo,

ich bin neu und muss auch hier leider feststellen, dass dieses ewige A-Gestreite hier nicht vorübergegangen ist.

Jeder streitet ob etwas A ist oder nicht. Macht sich einer mal gedanken über den Spaß?
Niemand kann 100 % authentisch sein. Das würde bedeuten man würde sich nur selten waschen, es gäbe keine sanitäranlagen und müsste seine Notdurft in ein Erdloch verrichten. Desweiteren würde man rothaarige Frauen verbrennen und die frau würde kaum rechte haben, oder flotte reden schwingen wie das auf MA manchmal der Fall ist.
Man soll zwischen dem Spaß und ernsthaften Reenactment unterscheiden.

Und nur weil etwas nicht einwandfrei nachgewiesen werden kann, heißt es nicht, dass es nicht existiert.

So mein Senf dazu. Man soll nicht päpstlicher als der papst sein.


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