Vorkeltisch in Schottland

Sprachgeschichte, -entwicklung, -wissenschaft zu Gälisch und indo-europäischen Sprachen
Sleite
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Beitragvon Sleite » Mo Nov 23, 2009 6:59 pm

Dann gibt es noch eine neuere Theorie, die besagt, dass die Gälen lange vorher in Schottland waren, und gar nicht aus Irland kamen. Angeblich sollen archäologische Funde das bestätigen. Die Unterstützer dieser Theorie behaupten außerdem dass nur eine Quelle besagt, dass sie aus Irland kamen, und alle folgenden Geschichtsbücher und Schriften beziehen sich auf diese Quelle. Wer weiß. Hab ich nur irgendwo so gelesen, das soll jetzt hier keine wissenschaftliche Gegentheorie von mir sein.

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mona nicleoid
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Beitragvon mona nicleoid » Mo Nov 23, 2009 8:22 pm

Dabei ist ja immer die Frage, inwieweit Materialkultur und Sprache zusammengehören. Auch Leute, die schon seit Jahrhunderten in einer Gegend leben, können irgendwann eine neue Sprache annehmen, ohne dass sich ihre Materialkultur wesentlich ändert.
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Harald
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Beitragvon Harald » Mo Nov 23, 2009 8:59 pm

Hmmm - Mona, das ist aber wohl doch eher selten der Fall, oder? Ich kann es mir nur vorstellen, wenn ein Volksstamm eine Gegend kriegerisch eingenommen hat; aber dann wären es nicht dieselben Leute, die plötzlich eine neue Sprache sprächen, und sie würden zwar die bisherigen Kulturgegenstände nicht ausrotten, so dass man sie bei Grabungen natürlich dort auch fände, zusätzlich aber ihre bisher ortsfremde Kultur mitbringen. Oder irgendein Regent verordnet "von oben" die Benutzung einer "neuen" Sprache. Das ist ja schon öfter vorgekommen, würde mir aber an dieser Stelle nicht so wahrscheinlich erscheinen.

Übrigens - was bedeutet Tarraingeach?

Gruß, Harald

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Beitragvon mona nicleoid » Mo Nov 23, 2009 9:18 pm

Nein, das ist gar nicht so selten. Wenn eine neue Elite an die Macht kommt, ändert sich in der Materialkultur der Normalbevölkerung evtl. erst mal gar nicht so viel... trotzdem sprechen sie vielleicht schon nach ein oder zwei Generationen eine neue Sprache.
Andersherum ist es natürlich auch oft so, dass sich die Materialkultur deutlich ändert, und man deshalb früher in der Archäologie oft von "Invasionen" neuer Kulturen sprach, wohingegen man heute oft eher von Kulturwandel bei gleichbleibender Bevölkerung ausgeht.
Ist alles nicht so einfach, da Bevölkerung, Materialkultur und Sprache auf jeden Fall drei Dinge sind, die überein gehen können, aber nicht müssen.
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Beitragvon Sleite » Di Nov 24, 2009 12:32 am

tarraingeach - verlockend, anziehend, spannend

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