Protokoll Unikurs in Hamburg - Phonetik

Sprachgeschichte, -entwicklung, -wissenschaft zu Gälisch und indo-europäischen Sprachen
NoClockThing
Rianaire Teicneolach
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Beitragvon NoClockThing » Mo Jan 29, 2007 9:23 pm

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Suppletion

Man spricht von Suppletion, wenn verschiedene Formen desselben Wortes unterschiedliche Stämme haben. Beispiel: gut – besser. Im Deutschen ist Suppletion selten, im Französischen trifft man sie schon häufiger an, z.B.

aller – gehen
je vais – ich gehe
il/elle va – er/sie geht (Lat. vadere)
nour allons – wir gehen (vermutlich Lat. ambulare)
ils/elles vont – sie gehen

Futur :
j’irais
il/elle ira (Lat. ire)

Es handelt sich also um drei verschiedene Wortstämme : va, all, ir.

Im Bretonischen haben Haustiere eine suppletive Pluralform:

Hund: ki – chas (von chien de chasse, also „Jagd“. vgl. deutsch Bus von Omnibus)
Kuh: buoc’h – saout
Pferd: marc’h – kezeg

Beispiel für eine stark veränderte Form, die wie ein Suppletivum wirkt, aber keins ist (Bretonischer Dialekt):

Hahn: kok – Bild
-i ist Pluralendung
o – i ist Umlaut
kok klingt wie Auslautverhärtung

NB: Anderes Beispiel für Wortursprung analog zu chas von chien de chas:

Kuß – pok, Irisch póg vom Friedenskuß aus der katholischen Liturgie: osculum pacis
'S e saoghal a th' anns gach cànan


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