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Personenzählwörter

Verfasst: Mi Dez 02, 2009 9:29 pm
von Micheal
Vielleicht kann das jemand beantworten:
die alte Schreibweise für naoinear> neun Leute im Book of the Dean of Liosmore ist naonbhar. Was bedeutet dieses -bhar? Deichnear taucht als Deichnabhar auf.
Das würde mich sehr interessieren.


Mìcheal

Verfasst: Mi Dez 02, 2009 10:42 pm
von Catriona
Hi Michael,

ohne mir anmaßen zu wollen, dass ich auch nur den Hauch einer Ahnung von altem Gälisch habe, habe ich dazu Fragen:
Wann und von wem ist dieses Book of the Dean of Liosmore geschrieben worden?
Kommt das bei allen Personenzahlwörtern vor oder nur bei den beiden
genannten?
Könnte es vielleicht sein, dass es zu jener Zeit (ich vermute,dass das Buch mindestens einige hundert Jahre alt ist) die Schreibweise und vielleicht auch die Sprechweise war - ohne besondere Bedeutung der Nachsilbe "bhar" - und im Laufe der Zeit einfach weggelassen(verschluckt) wurde und irgendwann auch in der Schriftform nicht mehr so auftaucht?

Ich hoffe, dass es zu deinem Beitrag noch so einige Kommentare gibt.

Verfasst: Do Dez 03, 2009 10:53 am
von mona nicleoid
Ich dachte immer, diese Endungen der Personenzählwörter kommen von "fear", also z.B. triùir = trì f(h)ear (Genitiv Plural??)
Vielleicht denke ich mir das aber nur aus, denn es ist noch zu früh am Morgen für so was.
Ich frage mich nämlich gerade, wo eigentlich das "n" immer herkommt: còignear, sianar, usw.
Bei "naonbhar" hätte ich jetzt gesagt, das "bh" ist ein "Rest" von dem "f" von "fear", falls diese Theorie stimmt. Vielleicht "naoi nam fear" -> naonbhar??

~ Mona

Verfasst: Do Dez 03, 2009 7:52 pm
von Micheal
mona nicleoid hat geschrieben:Ich dachte immer, diese Endungen der Personenzählwörter kommen von "fear", also z.B. triùir = trì f(h)ear (Genitiv Plural??)
Vielleicht denke ich mir das aber nur aus, denn es ist noch zu früh am Morgen für so was.
Ich frage mich nämlich gerade, wo eigentlich das "n" immer herkommt: còignear, sianar, usw.
Bei "naonbhar" hätte ich jetzt gesagt, das "bh" ist ein "Rest" von dem "f" von "fear", falls diese Theorie stimmt. Vielleicht "naoi nam fear" -> naonbhar??

~ Mona


Das hört sich gut an, das n könnte eine Nasalierung sein - tut der Gäle ja gerne... aber vielleicht werden wir ja noch weiter erleuchtet.


Mìcheal

Verfasst: Sa Dez 05, 2009 12:15 am
von mona nicleoid
Es ist ja Adventszeit, da kommt sicher noch einiges an Erleuchtung.

~Mona

Verfasst: Di Dez 08, 2009 10:51 am
von NoClockThing
Aon coinneal, dà choinneal...

Aonar bodach na Nollaige, dithis bodaich na Nollaige...

Verfasst: Mi Dez 09, 2009 5:31 pm
von Micheal
und jetzt habe ich noch seisneach chapall> sechs Pferde entdeckt.
Kannte ich vorher auch noch nicht. Echt spannend!


M

Verfasst: Mi Dez 09, 2009 10:53 pm
von ArmerStudi
chapall für pferd? klingt ja anders vulgärlateinisch!

Verfasst: Mi Dez 09, 2009 11:16 pm
von mona nicleoid
Ja, auf Irisch-Gälisch heißt das auch capall. Im mittelalterlichen Gälisch / Altirisch findet man beides: capall und e(a)ch.
Each ist übrigens sprachgeschichtlich das gleiche Wort wie das lateinische equus und altgriechische hippos :)

Verfasst: Do Dez 10, 2009 12:00 am
von ArmerStudi
Each ist übrigens sprachgeschichtlich das gleiche Wort wie das lateinische equus und altgriechische hippos


Das sieht man doch vom Schiff aus 8) darum mag ich gälisch, das ist so angenehm vertraut indoeuropäisch.

Aber was mich mehr wundert: Wie kommt ein P wie in capall ins Goidelische hinein? etwa doch als lehnwort?

Verfasst: Do Dez 10, 2009 9:42 am
von NoClockThing
Erinnert mich irgendwie ans französische cheval, ist bestimmt irgendwie damit verwandt.

Verfasst: Do Dez 10, 2009 11:50 pm
von mona nicleoid
Ja natürlich ist das ein Lehnwort, entweder schon aus spätantiker Zeit (Handelskontakte, wobei sich dann glaub ich das "p" noch irgendwie angeglichen hätte) oder im frühen Mittelalter aus Kontakten nach Kontinentaleuropa.

Verfasst: Fr Dez 11, 2009 10:22 am
von Micheal
mona nicleoid hat geschrieben:Ja natürlich ist das ein Lehnwort, entweder schon aus spätantiker Zeit (Handelskontakte, wobei sich dann glaub ich das "p" noch irgendwie angeglichen hätte) oder im frühen Mittelalter aus Kontakten nach Kontinentaleuropa.



Das kommt aus dem Vulgärlateinischen für Pferd. Ist also ein Lehnwort im Gälischen.


Mìcheal

Verfasst: Fr Dez 11, 2009 2:30 pm
von mona nicleoid
Ja klar, ich habe halt überlegt, in welcher Zeit es ins Gälische hineingewandert ist... denn bei den sehr alten Lehnwörtern gab es im Laufe der Zeit noch stärkere lautliche Anpassungen.

Verfasst: Fr Dez 11, 2009 9:10 pm
von ArmerStudi
aber von caballum auf capall sieht mir doch ungewöhnlich aus.. aber bon, ihr seid die spezialisten. Die etymologie vom wort "Pferd" im deutschen ist übrigens auch ganz lustig.