faktual und bilderhaft

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Eilidh
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Beitragvon Eilidh » So Apr 30, 2006 2:16 pm

In einer Diskussion im internationalen Forum wollte ich den Unterschied zwischen einer bilderhaften und einer factualen Sprache beschreiben, und da ist mir nichts gescheites eingefallen. Im Wörterbuch steht fìrinn für fact, truth und daher bin ich verunsichert. Wenn ich sagen würde Deutsch ist eine factuale Sprache und Gälisch nicht, soll aber nicht heissen, dass Gälisch nicht wahrheitsgemäss ist.

's e cànan dealbhach a th' anns a' Ghàidhlig
's e cànan fìrinneach a th' anns a' Ghearmailtis

Hmmm. Hätten unsere Experten eine bessere Idee?

mona nicleoid
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Beitragvon mona nicleoid » So Apr 30, 2006 3:08 pm

Öööh... ich habe das sogar auch im anderen Forum gelesen, aber ich verstehe immer noch nicht so recht, worum es geht.
Kannst du genauer erklären, was du mit "factual" und "bilderhaft" meinst?

Ich persönlich hab's übrigens nicht so mit solchen Bewertungen und Vergleiche von Sprachen, weil das meistens auf so eine Mystifizierung einer Sprache herausläuft - deshalb haben wir ja auch hier immer die Leute Schlange stehen, die Hochzeitssprüche u.ä. auf Gälisch haben wollen...

Jede Sprache kann sowohl sachlich als auch bildhaft sein, jede Sprache hat verschiedene Register, Ebenen, Ausdrucksweisen. Es ist halt nur aufgrund der soziokulturellen Umstände bisweilen so, dass bei manchen Sprachen manche Ebenen unterdrückt und kaum angewendet werden, so wurde und wird Gälisch oft auf Poesie und "Bauernsprache" reduziert, weil z.B. juristische Dinge seit Jahrhunderten nicht mehr in dieser Sprache abgewickelt werden... was aber nicht heißt, dass Gälisch das nicht auch kann, oder dass die "gälische Seele" über derlei weltlichen Dingen schwebt, wie manche Leute ja immer noch gern zu glauben scheinen.
Deshalb erzeugen ja auch Romane wie "Dacha mo Ghaoil" oder "Keino", nach denen in Deutsch oder Englisch kein Hahn krähen würde, solche Aufschreie der Entrüstung und Faszination.

Andersherum kann Deutsch sehr bildhaft und romantisch sein, das besteht ja auch nicht nur aus Beamtensprache. Das sind alles so Klischees, irgendwie...
Mona
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Eilidh
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Beitragvon Eilidh » So Apr 30, 2006 4:06 pm

Im Moment geht's mir nur um eine gute übersetzung und nicht, weiter zu diskutieren.

Trotzdem eine Anmerkung: Eine Sprache ist an sich neutral, der Sprachgebrauch macht's faktual oder bilderhaft. Wie du sagst, Register, Umfeld, und persönliche Charakteristika bestimmen, wie die Sprache benutzt wird.

Und denoch empfinden Amerikaner Deutsche als rude and factual (was eine Verallgemeinerung ist, ich weiss), während Deutsche Amerikaner als vague und sogar unehrlich empfinden (auch das eine Verallgemeinerung). In beiden Fällen ist der Sprachgebrauch das Vehikel.

Was die Diskussion betrifft, hatte ich nur zwei alte Muttersprachler zitiert, und versucht nachzuvollziehen, was das ist, was einen Unterschied ausmachen könnte, um das ganze greifbar zu machen.

Also, factual ist tatsachenorientiert, was für mich weniger mit Ehrlichkeit zu tun hat (die Tatsachen können auch falsch interpretiert sein)... aber ich fürchte ich überinterpretiere hier.

Ulli
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Beitragvon Ulli » Mo Mai 01, 2006 7:26 pm

Bedaure, ich hab´s noch immer nicht richtig begriffen. Meinst Du mit "bilderhaft" vielleicht, daß in einer Sprache überdurchschnittlich häufig Metaphern benutzt werden?

Ulli :?
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Eilidh
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Beitragvon Eilidh » Di Mai 02, 2006 1:23 pm

Genau das meine ich. Klar dass das der Sprachgebrauch ist, aber wenn man älteren Gälen zuhört meint man öfter Metaphern zu hören. Ich glaube nicht dass man das mit Bauernsprache abtun kann, weil deutsche Bauern reden nicht so. ;)

Schaut euch doch mal die Sammlung von proverbs an...

Es steht ja hinter jeder Sprache eine Kultur und zweifellos sind Wechselbeziehungen vorhanden.

Je Suis Prest
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Beitragvon Je Suis Prest » Di Mai 02, 2006 3:18 pm

was bitteschön ist eine "Metapher" ??
das wort habe ich noch nie gehört. was ist das? ich kann mir nicht mal vorstellen was das sein soll.... :?

Ulli
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Beitragvon Ulli » Di Mai 02, 2006 6:21 pm

Übersetzt ist das eine "Über"-"Tragung" eines Wortes in eine andere Bedeutung, aber man sagt auch "Bild". So ein richtig gutes Beispiel fällt mir jetzt natürlich wieder nicht ein, aber ich hätte da "Lebensabend" oder "Schicksalsschlag" zu bieten, da es sich im ersten Falle um ein ganzes Alter handelt und nicht nur um einen ein paar Stunden dauernden, wirklichen Abend, und im zweiten nicht um wirkliche Schläge.
Vielleicht reicht das zur Erklärung, obwohl ich mit diesen Beispielen nicht wirklich glücklich bin...

Ulli ;)
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Beitragvon Je Suis Prest » Mi Mai 03, 2006 7:06 pm

tapadh leat (is das richtig????) ulli
hat geholfen! :D

Ulli
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Beitragvon Ulli » Mi Mai 03, 2006 7:13 pm

Tha, tha sin ceart. Ja, das ist richtig.
`S e do bheatha. Bitte schön! :)

Ulli :D
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